Hückeswagen: Trauriger Abschied von Ordensfrauen

Hückeswagen : Trauriger Abschied von Ordensfrauen

Fast so lang wie die Geschichte des Marienhospitals ist die der Ordensfrauen in Hückeswagen. 1866, im selben Jahr, in dem das Krankenhaus eingeweiht wurde, gelang es, einen Vertrag mit der "Genossenschaft der Schwestern vom heiligen Franziskus" abzuschließen. Das Mutterhaus war in St. Mauritz bei Münster. Inhaltlich ging es in diesem Vertrag um die "Pflege der Armen und Kranken" von Hückeswagen durch die Ordensschwestern. Der Vertrag wurde auf unbefristete Zeit geschlossen.

Zunächst kamen zwei Ordensfrauen, um in damals 18 Krankenzimmern ihren Dienst zu versehen. Darüber hinaus war es das Anliegen der Franziskanerinnen, neben den Patienten im Krankenhaus auch Arme, Waise und Kranke in der Stadt zu betreuen. Um das Jahr 1900 herum waren bereits zehn Ordensschwestern am Marienhospital und in Hückeswagen tätig, alle ausgebildete Krankenschwestern.

Die Zahl der Ordensschwestern stieg weiter, bis zu 20 Franziskanerinnen lebten im Konvent direkt neben dem Krankenhaus. Sie waren nicht nur Teil der Marienhospital-Belegschaft und der Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt, sondern gehörten einfach zum Bild der Stadt. Und das auch bei Großveranstaltungen wie dem Altstadtfest, wo sie in Ordenstracht auf dem nostalgischen Karussell auf dem Wilhelmplatz ihre Runden drehten – für viele ein unvergessenes Bild.

Mitte März 1991 wurden der Hückeswagener Konvent offiziell aufgelöst. Viele in der Stadt sahen es als den Anfang vom Ende des Marienhospitals. Tränen flossen – bei den Hückeswagenern, aber auch bei mancher Ordensfrau, die das örtliche Krankenhaus und die Stadt nach oft jahrzehntelangem Dienst als ihr Zuhause empfunden hatte.

Die Einzige, die noch viele Jahre blieb, war Schwester Theogonia. Die Ordensfrau arbeitete weiter im caritativen Dienst für die Pfarrgemeinde. 2007 zog sie ins St. Anna-Stift in Lohne-Kroge, wo sie nach 50 Jahren Dienst in Hückeswagen ihren Lebensabend verbringt. 2008 wurde Schwester Theogonia für ihre Lebensleistung das Bundesverdienstkreuz verliehen.

(RP)
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