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Hückeswagen: Trafostation geht ins Museum

Hückeswagen : Trafostation geht ins Museum

100 Jahre, nachdem die Trafostation in Herweg errichtet wurde, wird sie Anfang 2013 ab- und im Freilichtmuseum Lindlar wieder aufgebaut. Am 12. Oktober übergibt die BEW das historische Gebäude dem Museum.

Ob kleines Trafohäuschen oder riesige Windkraftanlage — beide polarisieren. Während heute viele die Windräder als eine "Verschandelung der Landschaft" ansehen, waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Trafostationen, die bei den Menschen solche negativen Assoziationen erzeugten. Das hat Michael Kamp, der Leiter des LVR-Freilichtmuseums Lindlar, herausgefunden.

Ausstellung zur Elektrifizierung

Die "Verschandelung" wird daher auch thematisiert bei einer Ausstellung zur Geschichte der Elektrifizierung und der Elektrizitätsversorgung im Bergischen Land. Sie wird derzeit vorbereitet und soll ab 2014 im Lindlarer Museum zu sehen sein. Dabei wird das alte Trafohäuschen aus Herweg eine große Rolle spielen, versicherte Kamp gestern im Gespräch mit der BM.

Am kommenden Freitag, 12. Oktober, wird die 1913 im Bergischen Heimatstil errichtete Umspannstation symbolisch von der Bergischen Energie- und Wasser GmbH (BEW) an das Bergische Freilichtmuseum übergeben. An seinem jetzigen Standort kann das fast 100 Jahre alte Gebäude nicht mehr erhalten werden. Daher hat sich die BEW dazu entschlossen, die Trafostation dem Freilichtmuseum zur Verfügung zu stellen, zumal der Energieversorger an dem Projekt zur Geschichte der Elektrizitätsversorgung im Bergischen beteiligt ist.

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"Das Alltagsleben auf dem Land war bis zur Industriellen Revolution vor über 150 Jahren von einer gewissen Konstanz geprägt", heißt es in einer Pressemitteilung der BEW. Eine erste Zeitenwende leitete die Eisenbahn ein, dann begann kurz vor dem Ersten Weltkrieg die Elektrifizierung der bergischen Dörfer. Als "Segen des Fortschritts" empfunden, erhellte das elektrische Licht die Wohnungen wesentlich effizienter als die feuergefährlichen Petroleumlampen, und der vielseitig verwendbare Elektromotor brachte Landwirtschaft und Gewerbe eine spürbare Arbeitserleichterung und Produktivitätssteigerung. "Bald überzeugten die Licht spendende Glühbirne an der Zimmerdecke oder der Kraftstromanschluss in Scheune oder Werkstatt auch die letzten Skeptiker des modernen Lebensstils", heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Dynamik der Elektrifizierung in der Region begann um 1910 und erreichte zur Inflation 1923 ihren Höhepunkt. Die Trafostation in Herweg war 1913, also kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, errichtet worden.

Transport in zwei Teilen?

Sie soll nun laut Kamp Anfang 2013 demontiert und im Freilichtmuseum wieder aufgebaut werden. "Der Dachstuhl kann wohl mit Hilfe eines Krans heruntergehoben und dann abtransportiert werden", sagte der Museumsleiter. Wie das restliche Gebäude nach Lindlar kommt, ist dagegen noch unklar. Möglicherweise wird es in zwei Teile getrennt und auf dem Museumsgelände wieder zusammengefügt.

(RP)