Hückeswagen: Tischtennis-Nachwuchs fehlt

Hückeswagen : Tischtennis-Nachwuchs fehlt

Die 64. Tischtennis-Stadtmeisterschaft läutete die Jubiläumsaktivitäten zum 125-jährigen Bestehen des Turnerbundes (TBH) ein. Über 200 Spieler, vom Schüler bis zum Bundesligisten, kämpften an zwei Tagen um den Sieg.

Zwei Tage, 16 Tischtennisplatten, 225 Einzelmeldungen: Das "Gerd-Heß-Gedächtnisturnier" hat Tradition — und nahm auch diesmal wieder einen sportlich fairen Verlauf. Mit viel Engagement wurde die Großveranstaltung von den Mitgliedern des TBH vorbereitet und geleitet.

Voll des Lobes war Michael Keil, Geschäftsführer beim Westdeutschen Tischtennis-Verband (WTTV), der am Sonntag selbst als Spieler an der Platte stand. "Das läuft hier alles super, besonders diese Pünktlichkeit erlebe ich nur sehr selten", sagte Keil.

Zum Vereinsjubiläum hatten sich die Organisatoren dann auch besondere Mühe gegeben: Eine 80-seitige Festschrift mit allen Informationen zum Turnier, Grußworten, alten Fotos und der Chronik des TBH lag für die Besucher aus. Erstmals wurde das Turnier mit EDV-Unterstützung bewerkstelligt. Vier Laptops für Turnieraufteilung, Ergebnisse, Anmeldungen und Siegerlisten kamen zum Einsatz.

Die Spieler des TBH standen mit Organisation und Spieleinsatz unter einer Doppelbelastung: "Wenn man den ganzen Tag hier herum turnt, ist es schwer, auch noch sportlich Leistung zu bringen", sagte TBH-Spieler Armin Bilz, der mit seinen eigenen Ergebnissen nicht zufrieden war. Souverän sicherte sich dagegen Erik Bottroff, Erstligaspieler beim TTC Ruhrstadt Herne und aktuell auf Platz 20 im Verband, den Sieg im Einzel und Doppel.

Überraschend erfolgreich war auch die Hückeswagenerin Sonja Albrecht. Seit im TBH keine Damenmannschaft mehr existiert, hat die 29-Jährige ihr Training eingestellt. Dennoch konnte sie am Wochenende einige Spiele für sich entscheiden und belegte den zweiten Platz im Einzel (Damen B) sowie den ersten Platz im Doppel mit Isabelle Fouchs vom TTC Wuppertal. Ihre Leidenschaft für den Sport ist ungebrochen. "An der Platte ist man ein anderer Mensch. Es gibt schöne Ballwechsel, man kann aber auch mal brüllen, wenn man einen Ball versemmelt", sagte die Sportlerin.

Trotz der Beliebtheit des Pfingstturniers kamen in diesem Jahr deutlich weniger Spieler in die Mehrzweckhalle. Walter Evertzberg vom TBH vermutete den Grund in der großen Konkurrenz. "An diesem Wochenende finden elf Turniere im WTTV parallel statt", sagte Evertzberg.

Zuschauer Willy Stahl, der früher selbst der Tischtennismannschaft des Vereins angehörte, betrachtet die Zukunft zwiespältig. "Die Tischtennis-Abteilung ist ein sehr gutes Image für den TBH. Es fehlt jedoch an Nachwuchs", sagte Stahl. Der TBH hat eine der ältesten Tischtennis-Abteilungen im Westdeutschen Tischtennisverband und damit auch eines der ältesten Turniere. Fehlender Nachwuchs könnte die Fortsetzung des Turniers in Zukunft gefährden.

(heka)