Hückeswagen: Tierschützerin fordert Ende der Fuchsjagd

Hückeswagen: Tierschützerin fordert Ende der Fuchsjagd

Brita Günther hat sich einer Erklärung des Aktionsbündnisses Fuchs angeschlossen, das die Abschaffung der Jagd zum Ziel hat. Auch in Hückeswagen gibt es die Jagd. Für ihr Anliegen hatte die Remscheiderin eine Online-Petition gestartet.

Der verbale Schlagabtausch geht in die nächste Runde: Die Remscheider Tierschützerin Brita Günther kritisiert, dass in Hückeswagen und Wipperfürth Füchse gejagt werden.

Anfang 2017 hatte sie bereits eine Online-Petition mit dem Namen "Stoppt das Fuchsmassaker in Hückeswagen und Wipperfürth" gestartet, weil eine Fuchsjagd von Hegering und Hegegemeinschaft bevorstand. 93.600 Menschen aus dem In- und Ausland haben die Petition bislang unterzeichnet.

"Es gibt keinen Grund, den Rotfuchs zu jagen", sagt Brita Günther. Von einer zügellosen Vermehrung gebe es keine Spur. "Trotzdem gehört er in Deutschland zu den wenigen Wildtierarten, die meist ganzjährig bejagt werden." Nach Zahlen der Tierschutzorganisationen werden pro Jahr fast eine halbe Million Füchse im Land getötet. "Dabei werden auch grausame Jagdarten wie die Bau- oder die Fallenjagd praktiziert", sagt die Tierschützerin.

Im April 2017 überreichte sie dem damaligen NRW-Umweltminister Johannes Remmel bei seinem Besuch in der Nachbarstadt Radevormwald die Petition. "Füchse sind ein wichtiger Teil des Ökosystems", sagt Brita Günther. "Das Hauptargument der Jäger, die Tollwut, ist nahezu ausgerottet." Die Fuchsjagd bedeute zudem für alle Wildtiere enormen Stress. "Außerdem hat weder die Anzahl an Hasen und Fasanen abgenommen, noch sind Probleme mit Wildtierkrankheiten aufgetreten."

Aus diesem Grund haben sich 27 Tierschutzorganisationen aus ganz Deutschland einer Erklärung des Aktionsbündnisses Fuchs, das Mitte Dezember gestartet ist, angeschlossen. Darin fordern sie die Abschaffung der Fuchsjagd. In den kommenden Monaten planen die Unterstützer weitere Veröffentlichungen, um über die Fuchsjagd zu informieren.

"Die positive Resonanz der Organisationen hat uns nicht überrascht", sagt Daniel Peller, einer der Initiatoren des Aktionsbündnisses Fuchs und Gründer des "Fuchshilfsnetzes". "Immer mehr Menschen lehnen die Fuchsjagd ab. Dabei werden die persönlichen Freizeitinteressen von Jägern über das Leben der Tiere gestellt." Außerdem seien die Konsequenzen für Mensch, Tier und Umwelt noch nicht vorhersehbar.

Nach Ansicht der Jäger werden viele Tatsachen von den Tierschützern falsch wiedergegeben. Richtig sei zwar, dass es eine revierübergreifende Jagd auf Rehwild, Wildschweine und Füchse gebe. "Aber das Problem ist, dass der Fuchs in der heutigen Kulturlandschaft keine natürlichen Feinde hat", sagt Johannes Meier-Frankenfeld, Vorsitzender des Hückeswagener Hegerings, "außer dem Auto vielleicht." Deshalb könne er sich auch in der heutigen Zeit unbegrenzt vermehren.

"In den 1990er-Jahren hatten wir im Oberbergischen Kreis ein großes Problem mit der Tollwut", erzählt er. "Erst Impfaktionen und dann wir Jäger konnten die Krankheit eindämmen." In den vergangenen Jahren sei vermehrt die Fuchsräude aufgetreten, die für Hunde und Katzen ansteckend ist. "Deshalb muss der Fuchsbestand auf ein verträgliches Maß reduziert werden, um diese Ansteckungsgefahr zu minimieren", sagt er.

Ein weiteres Argument des Hegering-Vorsitzenden der Schloss-Stadt ist die Verwendung der Füchse zu Kontrollzwecken des Veterinäramtes. Dabei werde festgestellt, ob Tollwut, Räude oder Fuchsbandwurm auf dem Vormarsch seien, sagt Johannes Meier-Frankenfeld.

In Luxemburg wurde die Fuchsjagd 2015 abgeschafft. "Von den Horrorszenarien der Jäger ist nichts eingetroffen", sagt Brita Günther. Die Tierschützer fordern nun, dass die Bundesrepublik dem Beispiel des Nachbarlandes folgt.

(mba)