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Hückeswagen: Tierschützer wollen neue Strukturen

Hückeswagen : Tierschützer wollen neue Strukturen

Der Tierschutzverein beschließt die Erarbeitung eines Vorschlags, der die Verantwortung von einer Person für Tierheim und Verein auf mehrere Schultern verteilen soll. Zudem wird in diesem Jahr ein eigener Weihnachtsmarkt veranstaltet.

Seit zwei Jahren führt Günter Leuerer die Geschicke des Tierschutzvereins Wermelskirchen und Umgebung. Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins, der das Tierheim in Wermelskirchen trägt und auch zuständig für Hückeswagen ist, untermauerte der Vorsitzende in den Bürgerhäusern zur Mitte seiner turnusgemäß vierjährigen Amtszeit, dass er die Organisation für die Zukunft neu ausrichten will. Seine Idee: die Leitung von Tierheim und Verein zu trennen. Das könne durch die Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft (gGmbH) als ausführendes Organ im Tierheim und Verein als Förderer geschehen. Die 40 Mitglieder votierten einstimmig dafür, dass der Vorstand einen Vorschlag mit dieser Stoßrichtung erarbeitet und dann zur Diskussion sowie Beschlussfassung vorlegt.

Momentan sehe die Vereinssatzung vor, dass der Vorsitzende automatisch das Geschehen im Tierheim verantwortlich führt. Das sei eine personelle Belastung und Konzentration auf eine einzelne Person. "Das ist nicht unbedingt zukunftsfähig. Denn es wird immer schwieriger, junge Menschen, die im Berufsleben stehen, für das Ehrenamt zu gewinnen. Deshalb halte ich eine Entkoppelung von Verein und Tierheim für sinnvoll", begründete Leuerer, der Nachfolger langjährigen Vorsitzenden Magda Ditges aus Hückeswagen ist, sein Ansinnen. Auch wenn er sich voraussichtlich in zwei Jahren wieder zur Wahl stelle, müsse der Verein für eine Zeit nach seinem Engagement eingestellt sein.

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Einen aktuellen Anlass, der Zeitdruck verursache, gebe es allerdings nicht: "Zurzeit ist alles gut. Tierpflegerin Alessa Werner hat die fachliche Leitung inne, ich kümmere mich um die Organisation", betonte Leuerer. Ebenso holte sich der Vorsitzende das einstimmige Votum der Versammlung zur Erarbeitung einer Neuauflage der Satzung ein. "Die stammt aus dem Jahr 1956 und wurde zuletzt 1988 überarbeitet. Wir müssen die Satzung der modernen Zeit anpassen", betonte er. Auch dieser Vorschlag werde dann der Mitgliederversammlung vorgelegt: "Solche Änderungen müssen mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen werden."

Erstmals wird der Tierschutzverein am Jahresende nicht an den Weihnachtsmärkten in Wermelskirchen und Hückeswagen teilnehmen. "Wir schaffen es kaum noch, die Stände dauerhaft mit Leuten zu besetzen. Außerdem steigen die Kosten bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen", sagte Leuerer. 2016 seien aus diesen Sonderaktionen noch 20.000 Euro an Spenden gesammelt worden, 2017 wären es nur noch 9000 Euro gewesen. "Wir machen lieber unseren eigenen Weihnachtsmarkt auf dem neu gekauften Gelände gegenüber dem Tierheim", sagte der Vorsitzende. Optimistisch zeigte er sich, dass das dort geplante Freilaufgelände für Hunde bis zum Herbst fertiggestellt ist: "Verwaltungs- und forstrechtliche Dinge brauchen Zeit."

Als zweiten Vorsitzenden bestätigte die Versammlung einstimmig Wolf Haumann für zwei Jahre. Er hatte das Amt vor einem Jahr von Sabine Schnier, die zur Halbzeit ihrer Legislaturperiode zurückgetreten war, übernommen.

(RP)