Hückeswagen: Tierheim will Hunden Freilauf bieten

Hückeswagen: Tierheim will Hunden Freilauf bieten

Das Tierheim Wermelskirchen hat ein benachbartes Waldgrundstück erworben. Davon soll ein Teil eingezäunt werden, um als Auslauf für bewegungsfreudige Vierbeiner zu dienen. Der Betriebsleiter sucht noch Unterstützer für das Projekt.

Abenteuerliche Zeiten mit viel Bewegung und Schnuppermöglichkeiten warten auf die Hunde im Tierheim Wermelskirchen: Es konnte ein Waldgrundstück in unmittelbarer Nähe erworben werden, das als Hundeauslauf dienen soll. Günter Leuerer, Vorsitzender des Tierschutzvereins und Betriebsleiter des Tierheims, ist begeistert von dieser neuen Errungenschaft. "Hier können sich unseren lauffreudigen Gäste so richtig austoben", sagt er und lässt zufrieden den Blick über das Hanggelände mit viel Baumbestand schweifen. Denn einen solchen Auslauf gibt es bisher nicht. Ehrenamtliche Gassigeher sorgen aber dafür, dass die Hunde draußen Bewegung und Anregung bekommen.

Ein Remscheider habe sich einst mit dem Kauf der Fläche einen Jugendtraum erfüllt, dort eine Hütte gebaut und einen Brunnen angelegt, der für Wasserzufuhr sorgt. In diesem Jahr wollte er sich von der grünen Oase trennen, weil er mit dem Waldstück nichts anderes machen konnte. 6278 Quadratmeter sind es insgesamt, einen Teil davon möchte der Betriebsleiter gerne einzäunen lassen. "Denn der Wald muss für alle zugänglich bleiben", zitiert er die gesetzlichen Vorgaben. Leuerer hat aber bereits eine Idee, wie er diesem Anspruch gerecht werden und dennoch ein ausbruchsicheres Areal für die Hunde schaffen kann: Ihm schwebe vor, den Auslauf auf 30 mal 30 Meter zu beschränken.

Der nächste Schritt ist klar. "Wir suchen Sponsoren, die uns bei der Anlage eines Zaunes helfen können", sagt Leuerer. Kontakt zu einem Gartenbau-Unternehmen aus Wermelskirchen habe er bereits geknüpft. Denn die Zaunpfosten müssen fachgerecht in der Erde befestigt werden. Gleichzeitig hoffe er, genügend Geldspenden für den Kauf des Zauns zusammenzubekommen.

Doch dieses Klinkenputzen, die ständige Suche nach möglichen Unterstützern des Tierheims, gehört für den studierten Betriebswirt zum Alltagsgeschäft. "Ich bin gut vernetzt. Auf Menschen zuzugehen, fällt mir leicht", sagt Leuerer, der im April die gesamte Betriebsleitung im Tierheim übernommen und somit die Nachfolge von Magda Ditges angetreten hat. 28 Jahre hatte die Hückeswagenerin das Tierheim geleitet und "gute Strukturen hinterlassen", betont Leuerer. Nur mit viel Idealismus könne man diesen Fulltime-Job erledigen, der alle Arbeiten umfasse, sieben Tage die Woche - vom Häufchen entfernen über Transporte zum Tierarzt bis hin zu Buchhaltung und Mitarbeiterführung, räumt Leuerer, der viele Jahre bei einem Zeitungsverlag gearbeitet hat, ein. Ihm zur Seite steht nicht nur Tierpflegerin Alessa Werner, sondern eine weitere Mitarbeiterin in Vollzeit, zwei Teilzeit-Kräfte, eine 450 Euro-Kraft sowie eine Büromitarbeiterin. "Wir sind ein kleines Unternehmen", skizziert der neue Chef.

Anders als benachbarte Tierheime, die über Geldnot klagen, verfüge man aber über ein gesundes finanzielles Polster. Dennoch: Ohne Spenden und Sponsoren gehe es nicht. Die Verweildauer der Tiere im Heim sei eher kurz, die Fluktuation vor allem bei den Hunden hoch. Neben den wenigen Fundtieren werden Laborhunde aufgenommen, Hunde aus dem Auslandstierschutz, aufgegriffene Freigänger-Katzen und die Tiere Verstorbener.

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Dank der Initiative, dass Streuner-Katzen grundsätzlich kastriert werden, gebe es in den beiden Städten "keine explosionsartige Vermehrung" wie in vielen Großstädten. Leuerer: "Das ist positiver Tierschutz."

Über 100.000 Euro müssen über Spenden oder Gelder aus Stiftungen jährlich zusammenkommen. Das Tierheim-Team mit seinen Ehrenamtlichen trägt mit seinem Waffel- und Reibekuchenverkauf dazu bei, die Einnahmen zu erhöhen. "Gleichzeitig schafft das auch einen beliebten Treffpunkt", sagt Leuerer.

Zum Erfolgsrezept des Tierheims zählten nach Angaben des Leiters die regelmäßigen Öffnungszeiten und ein Internet-Auftritt, der gerade aktualisiert werde.

Das nächste Projekt? "Schön wäre es, wenn wir bessere Hundehütten bekämen, damit die Hunde in den Zwingern einen besseren Wetterschutz haben", sagt Leuerer. Derzeit schützen Zeltplanen die Hütten vor dem bergischen Regen oder Schnee, doch das Holz faule trotzdem schnell weg.

(RP)
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