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The Gregorian Voices machte Station in Hückeswagen

The GregorianVoices machte Station in Hückeswagen : Mönchsgesang, der unter die Haut geht

Das achtköpfige Männerensemble verbindet gregorianischen Kirchengesang mit populären Klängen. Es trat zweimal im Kultur-Haus Zach aus Anlass des zehnjährigen Bestehens auf.

Es muss kein Kloster und auch keine Kirche sein, um die beeindruckenden Stimmen des ukrainischen A-cappella-Ensembles „The Gregorian Voices“ vollends genießen zu können. Das eher schlichte Kultur-Haus Zach reichte dazu völlig aus. Denn auch ohne Hall und technische Verstärkung versetzten die Sänger die Zuschauer am Samstagabend in eine mystische und vorweihnachtliche Stimmung mit ihrem vierstimmigen, gregorianischen Gesang.

Zum zehnjährigen Bestehen des Kultur-Hauses hatte der Trägerverein den Männerchor zu zwei aufeinander folgenden Konzerten eingeladen – und zwar auf den Tag genau zehn Jahre nach der Eröffnung. „Es ist ein Doppeljubiläum, denn auch die Gregorian Voices gibt es seit zehn Jahren“, kündigte Stefan Noppenberger vom Trägerverein bei der Begrüßung an.

Anstatt die bei den Künstlern so beliebte „Show-Treppe“ im Kultur-Haus zu nutzen, zogen die in traditionellen Mönchskutten gekleideten Sänger singend und mit Kerzen in den Händen von hinten in den Veranstaltungsraum ein. Schon vom ersten Stück an wurde deutlich, wie stimmgewaltig und vielseitig der Abend werden würde. Nach den ersten liturgisches Gesängen aus gregorianischen Chorälen und orthodoxer Kirchenmusik erklangen Klassiker der Popmusik, wie unter anderem „Hallelujah“ von Leonard Cohen, „I am Sailing“ von Rod Stewart, „Thank you for the music“ von ABBA, „My Way“ von Frank Sinatra, als auch „Ameno“ von ERA, die im Stil des gregorianischen Gesangs neu arrangiert wurden. Der Chor zeigte mit seiner Stimmgewalt und einigen Solopassagen auf beeindruckende Weise, wie Gregorianik heute klingen kann. Und wenn man das Gefühl hatte, schöner und klangvoller könne es nicht werden, kamen immer neue Harmonien hinzu oder traten beeindruckende Solisten hervor.

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Selbst an die deutschsprachigen Weihnachtslieder „Süßer die Glocken nie klingen“ und „Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit“ trauten sich die ukrainischen Sänger mit ihrem osteuropäischen Dialekt heran und bescherte den Zuschauern damit weitere Gänsehaut-Momente. Sogar einige Tränen rollten vor Rührung im Publikum. „Absolut genial und eine Stimme schöner als die andere. Sie haben den ganzen Raum verzaubert“, sagten die Zuschauer Marcus und Corinna Obermayer. Die Remscheider waren von der Stimmgewalt begeistert und ließen sich gerne verzaubern. Etwas mehr von der angekündigten modernen Popmusik hätte sich Sabine Ehret gewünscht. „Insgesamt war es aber sehr beeindruckend. Die können alle richtig gut singen“, meinte die 48-jährige Hückeswagenerin.

Insgesamt ließen sich rund 60 Zuschauer am Samstagabend mystisch verzaubern. Einzig traurig war, dass das erste Konzert schon nach 80 Minuten zu Ende war. Aber den Sängern und ihren Stimmen war die Pause gegönnt, folgte doch schon eine Stunde später das Wiederholungskonzert. Glaubt man den bewundernden Ausrufen der Zuschauer und dem langanhaltenden Applaus, so war es ein gelungenes Doppeljubiläum und ein einmaliges Klangerlebnis.