Testverlegung der Glasfaserkabel in Hückeswagen für schnelles Internet

Schnelles Internet : Erste Testverlegung der Glasfaserkabel

Die BEW beginnt testweise mit der Verlegung der Glasfaserkabel für den Breitbandausbau in den Außenbezirken von Hückeswagen und Wipperfürth. Das moderne Pflug-Verfahren schont dabei die Umwelt.

Der Pflug am langen Baggerarm arbeitet sich langsam von der Wipperfürther Stadtgrenze auf Hückeswagen Gebiet vor. Zwischen Müllensiepen und Kleinhöhfeld nahe der Bever-Talsperre zieht das ungewöhnliche Gefährt einen tiefen Schlitz in den Straßengraben. Im gleichen Arbeitsschritt gleitet von der Kabelrolle ein mit Glasfaserkabeln gefülltes Rohr in die Erde. Fertig sind die Verlegearbeiten für das schnelle Internet.

Breitbandkoordinator Jonatan Garrido-Pereira von der Stadt Hückeswagen, Wipperfürths Bürgermeister Michael von Rekowski und Jens Langner, Geschäftsführer der Bergischen Energie- und Wasser-GmbH (BEW), machten sich jetzt ein Bild von den Arbeiten. Die ersten fünf Testkilometer führt die Stuttgarter Spezialfirma „econtech“ im Auftrag der BEW aus.

Bis 2021 sollen etwa 3000 Haushalte und Betriebe in den aktuell unterversorgten Außenbezirken der beiden Städte mit schnellem Internet versorgt sein. So bekommen nun auch die sogenannten weißen Flecken auf der Internetlandkarte Glasfaser bis ins Haus – auch FTTB/H (fibre-to-the-building/home) genannt. Das Breitbandnetz verlegt die BEW mit ihrem Kooperationspartner „innnogy TelNet“ im Auftrag der beiden Stadverwaltungen.70 bis 90 Kilometer Kabel sollen laut Langner verlegt werden. Das Stuttgarter Unternehmen sei für Juli bis Oktober für diese Arbeiten „vorreserviert“.

Offiziell kann jedoch erst gestartet werden, wenn die Fördermittel bereitstehen. Breitbandkoordinator Jonatan Garrido-Pereira kümmert sich um die Kommunikation mit den Fördergebern von Bund und Land. „Wir sind in den letzten Schritten“, sagt der Stadtplaner, der noch in diesem Jahr mit der Zuteilung rechnet. Auch von Rekowski, der als Vorsitzender des BEW-Aufsichtsrats Hückeswagens Bürgermeister Dietmar Persian bei dem Termin vertritt, freut sich über den Start. Immerhin hätte das Projekt eigentlich schon 2018 abgeschlossen sein sollen.

Das innovative Pflugverfahren eignet sich für unbefestigte Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften, wo genügend Platz neben dem Straßenrand vorhanden ist. Bis zu 600 Meter Glasfaserkabel können bei der bergischen Topografie am Tag verlegt werden. Aufreißen, freilegen eines etwa ein Meter tiefen Schlitzes und das Einpflügen der Glasfaserleitung werden von der Maschine in einem Schritt abgearbeitet. Eine Vibrationswalze verschließt den Schlitz im Anschluss. Mehrere Produkte können gleichzeitig verlegt werden. Zwischen Müllensiepen und Kleinhöhfeld wird mit der Glasfaserleitung auch ein Stromkabel in die Erde eingebracht. „Das geht nicht nur schneller und kostengünstiger als mit der offenen Grabentechnik, sondern reduziert auch die Eingriffe auf Flora und Fauna auf ein Minimum“, versichert Langner.

Welche Außengebiete und Straßenzüge bei der Verlegung auf der Liste stehen, darüber gibt Systemverwalter Michael Schmitz im Wipperfürther Rathaus, Tel. 02267 64292, den Bürgern beider Städte Auskunft. Wer darüber hinaus Interesse an einem FTTB/H-Anschluss hat, kann sich schon jetzt per Internet in die Datenbank der BEW eintragen unter www.bergische-energie.de/glasfaser.

Mehr von RP ONLINE