Hückeswagen: Tennisclub Blau-Rot besteht seit 70 Jahren

Hückeswagen : Tennisclub Blau-Rot besteht seit 70 Jahren

Am Sonntag startet der TC Blau-Rot Hückeswagen nicht nur in die neue Freiluftsaison. Der älteste Tennisclub der Schloss-Stadt feiert in diesem Jahr auch sein 70-jähriges Bestehen. In Zukunft könnte eine Fusion mit dem HTC im Raum stehen.

Einfach mal was anderes machen - nach diesem Motto verfuhren die drei Gründungsmitglieder Klaus Wiehager, Rolf Güker und Franz Schnabel vor 70 Jahren, als sie den Tennisclub Blau-Rot Hückeswagen 1948 gründeten. "Eine Schnapsidee, weil ihnen alle anderen Sportangebote nicht gefielen", sagt Jörg Ehrkamp, der aktuelle Vorsitzender des TC Blau-Rot. "Der erste Tennisplatz wurde noch in Eigenarbeit gebaut." So einfach sei das heutzutage nicht mehr.

Morgen, Sonntag, steht für die Mitglieder von Blau-Rot zusammen mit ihren Freunden vom Hückeswagener Tennisclub (HTC 73) der Start in die Freiluftsaison an. Ab 12 Uhr treffen sich Mitglieder und Interessierte unter dem Motto "Deutschland spielt Tennis" auf der vereinseigenen Tennisanlage an der Schnabelsmühle (siehe Info-Kasten). Die Partien am Sonntag werden ausgelost, Abwechslung im Spiel sei damit garantiert. Dennoch werde darauf geachtet, dass keine Anfänger gegen Veteranen antreten. Tennis sei Wettkampf und Geselligkeit, am liebsten an frischer Luft, betont der Vorsitzende. "Tennis ist ein Sport für Alt und Jung."

( Die Mitglieder bauen in Eigenarbeit den ersten Tennisplatz des Vereins an der Schnabelsmühle. & Dort herrscht in den Sommermonaten immer viel Betrieb - wie etwa bei der Eröffnung der Freiluftsaison 2012. Foto: TC Blau-Rot BM-Foto: hdö (Archiv)

Ehrkamp ist seit 1974 im Verein, hat die goldenen Jahre von Steffi Graf und Boris Becker miterlebt. "Der Tennisboom ist aber vorbei", sagt der 56-Jährige. In den 1990ern hatte der Verein 180 Mitglieder, zeitweilig nur noch 80, inzwischen sind es wieder etwa 100. Früher seien viele Kinder mit ihren Eltern in den Club gekommen, heute gebe es das kaum noch.

Der Verein kämpfe dabei mit gleich zwei Problemen, der Ganztagsunterricht sei eines davon: "Das bedeutet auch weniger Zeit für Spaß und Freude", bedauert Ehrkamp. Und wenn die Jugendlichen doch zum Verein fänden, stünde nach der Schule die Entscheidung zu Beruf oder Studium an. "Wer außerhalb studiert und nur am Wochenende im schönen Hückeswagen ist, verbringt seine Zeit dann nicht unbedingt mit Tennisspielen", sagt Ehrkamp. Bei den Mitgliederzahlen im Alter zwischen 20 und 30 gebe es dadurch ein Loch.

Wer den Tennissport ausprobieren möchte, ist nicht nur an diesem Sonntag willkommen. Interessenten können jederzeit Probetrainings vereinbaren oder eine einjährige Gastmitgliedschaft beantragen. Mitbringen müsse man anfangs nur Sportkleidung und Turnschuhe. Ein Schläger für die ersten Runden, auch für Kinder, könne der Verein bereitstellen. Besonders Kinder könnten vom Training profitieren, versichert Ehrkamp: "Beim Tennis geht es um Laufen, Reaktion und Ballgefühl." Dafür würde auch Hockey auf dem Trainingsplan stehen.

Seit längerem schon überlegt der TC Blau-Rot, wie es in Zukunft weitergehen soll. "Wir würden gerne eine neue Tennisanlage bauen, die alte ist immerhin 70 Jahre alt", sagt Ehrkamp, der seit 15 Jahren im Vorstand ist. Bisherige Gespräche mit der Stadt und dem HTC 73 brachten aber noch keinen Erfolg. Die Kosten für eine neue Anlage seien einfach zu hoch. "Da fehlen uns locker noch 30, 40 Prozent", sagt Ehrkamp.

Erschwerend komme hinzu, dass der Verein die Tennishalle an der Kölner Straße im Winter nicht mehr nutzen dürfe, das betreffe vor allem das Kindertraining. "Da werden wir uns wohl auf höhere Kosten für eine Halle im Umland einstellen müssen", sagt Ehrkamp. Die Fusion mit dem HTC sei nicht vom Tisch: "Wir sind weiterhin offen für Gespräche."

(cha)
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