Mobile Jugendarbeit in Hückeswagen Streetworker-Stelle seit fast zwei Jahren unbesetzt

Hückeswagen · Ausgeschrieben wird die Vollzeitstelle vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes. Die Hilfsorganisation sucht händeringend nach potenziellen Fachkräften wie Diplom-Sozialarbeitern oder Diplom-Pädagogen.

 Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke mit dem pädagogischen Leiter des Jugendzentrums, David Visse. Er kümmert sich im Rahmen seiner Möglichkeiten derzeit um die mobile Jugendarbeit in der Schloss-Stadt, für die es eigentlich einen Streetworker geben sollte.

Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke mit dem pädagogischen Leiter des Jugendzentrums, David Visse. Er kümmert sich im Rahmen seiner Möglichkeiten derzeit um die mobile Jugendarbeit in der Schloss-Stadt, für die es eigentlich einen Streetworker geben sollte.

Foto: Jugendzentrum

Der Frust unter den Jugendlichen wird immer größer, da sie derzeit auf vieles verzichten müssen, was vor gut einem Jahr noch völlig normal war: Treffen mit Freunden, Partys, Musikveranstaltungen. Umso wichtiger wäre gerade in der jetzigen Krise ein kompetenter Ansprechpartner. Doch die Stelle des Streetworkers in Hückeswagen ist seit fast zwei Jahren unbesetzt, teilte Fachbereichsleiter Alexander Stehl jetzt den Teilnehmer des Sozialausschusses per Video-Konferenz mit. Und eine Nachfolge für Asiye Razlaf, die ihre Arbeit 2019 wegen ihrer Schwangerschaft beenden musste, ist nicht in Sicht. „Das ist sehr unbefriedigend, aber der Arbeitsmarkt ist gerade im Bereich der Sozialarbeit leergefegt“, erklärte Dietmar Persian die bislang erfolglosen Bemühungen.

Ausgeschrieben wird die Vollzeitstelle vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes. Die Hilfsorganisation sucht händeringend nach potenziellen Fachkräften wie Diplom-Sozialarbeiter oder Diplom-pädagogen für die mobile Jugendarbeit in Hückeswagen und Marienheide. Die Schloss-Stadt habe ihren deutlichen Unmut über die Situation geäußert und angeregt, die Stelle ebenso für gelernte Erzieher mit Zusatzqualifikation zu öffnen, berichtete Stehl.

Zum Erliegen kommt die Jugendarbeit in der Schloss-Stadt nicht, da das Jugendzentrum (JuZe) in der gleichen Mission tätig ist. David Visse, pädagogischer Leiter des JuZe, kann dabei aber nur einen kleinen Teil dessen abdecken, was geleistet werden müsste, um eine kontinuierliche Betreuung sicherzustellen. Die Lebenssituation der Zielgruppe ist oftmals von Ausgrenzung, sozialer Benachteiligung oder individueller Beeinträchtigung geprägt. Hier braucht es fachliche Unterstützung zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation von betroffenen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. Keine leichte Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl erfordert.