Hückeswagen: Sternsinger sammeln für arme Kinder

Hückeswagen: Sternsinger sammeln für arme Kinder

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Am 4. Januar erfolgt die Aussendung der Sternsinger, die dann vier Tage unterwegs sind und dabei um Spenden für Gleichaltrige in Not bitten. Auch für die Außenbezirke gibt es eine Gruppe.

Im Gemeindehaus der katholischen Pfarrgemeinde von St. Mariä Himmelfahrt war vor Weihnachten schon Hochbetrieb. Denn die Vorbereitungen für die Sternsingeraktion laufen auf Hochtouren. Da üben die Kinder mit Ruth Balling die Lieder ein, dort schneidet Gemeindereferentin Jutta Grobe die Kronen zurecht. Dabei ist noch einige Zeit bis zur Aussendung der 40 Jungen und Mädchen.

"Der Aussendungsgottesdienst findet am Donnerstag, 4. Januar, 14.30 Uhr, statt, und wir sind bis zum Sonntag unterwegs, dann ist um 11 Uhr der Dankgottesdienst", sagte Grobe. Später werde sie den Kindern auch einen Film über das Projekt zeigen. "Darin werden sie einen Eindruck von der Armut der Menschen in Nordindien bekommen", sagte sie.

Bei einem Aktionsnachmittag im Gemeindehaus studierten die Sternsinger schon mal die Lieder ein, die sie vor den Haustüren singen werden. Foto: jürgen moll

Es handele sich um ein Projekt des Inders Dilip Sevarthim. Der 46-Jährige habe selbst bereits als kleiner Junge arbeiten müssen und sagte: "Ich mach weiter, bis kein einziges Kind mehr arbeiten muss." Teilweise seien es bereits fünfjährige Kinder, die ihren Eltern beim Einschmelzen von Glas helfen müssen, aus denen Glasarmbänder gefertigt werden. "Die Kinder sitzen dann in stickigen Räumen und atmen die giftigen Dämpfe ein", sagte Grobe. Sevarthim habe erkannt, dass Bildung für Kinder das Wichtigste sei. "Und durch sein Projekt wurden bereits in abgelegenen Gegenden Schulen gebaut und Unterricht für Kinder angeboten", sagte Jutta Grobe. Das Projekt sei vom Kindermissionswerk in Aachen ausgewählt worden.

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Die Hückeswagener Sternsinger würden durch die verschiedenen Stadtbezirke ziehen. Wer etwas außerhalb wohne, könne sich bei Grobe telefonisch melden, dann werde sie den Besuch organisieren. "Wir haben quasi auch eine Gruppe, die als Springer solche Wohnungen und Häuser besucht", sagte die Gemeindereferentin. Die Hauptbezirke wie Wiehagen, die Kölner Straße, die Innenstadt und das Neubaugebiet Weierbachblick würden die Sternsinger aber auf jeden Fall besuchen.

Die achtjährige Lilly freut sich besonders auf das Sternsingen. "Für mich ist das das erste Mal. Ein paar Schulfreundinnen haben mir gesagt, dass ich doch diesmal auch mitmachen soll", sagt das Mädchen. Sie wisse noch nicht genau, wo sie laufen werde, aber das sei ja auch nicht so wichtig. Sie freue sich aufs Singen und dass sie für bedürftige Kinder Geld sammeln werde.

Maxime ist mit ihren elf Jahren hingegen schon ein alter Sternsinger-Hase. "Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon mitgemacht habe, aber auf jeden Fall öfter als dreimal", sagte die Elfjährige. Sie finde es auch besonders wichtig, dass sie mithelfe, Geld für arme Kinder zu sammeln. "Es ist doch schlimm, dass die nicht in die Schule gehen können und auch kein sauberes Wasser haben", sagte Maxime. Die Lieder, die gesungen würden, kenne sie bereits aus den Vorjahren - mit einer Ausnahme: "Ein neues Lied haben wir vorhin auch schon gesungen", sagte sie.

(wow)