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Sternsingen in Hückeswagen auch in Corona-Zeiten

Aktion in Hückeswagen im Januar : Sternsingen auch in Corona-Zeiten sicher

Die Sternsinger von St. Mariä Himmelfahrt werden trotz Corona-Pandemie mit Maske und Abstand den Segen zu den Menschen bringen und Spendengelder sammeln. Wer besucht werden will, sollte sich aber vorab anmelden.

Auch wenn das Konzept diesmal anders aussieht als bisher, wird die Katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt im Januar ihre Sternsinger aussenden. Zwischen dem 3. und 10. Januar sind die kleinen und großen Könige der Pfarreiengemeinschaft in Kleinstgruppen im Stadtgebiet unterwegs – diesmal jedoch mit Mund-Nasen-Bedeckung, einer Sternlänge Abstand und unter Beachtung der aktuellen Corona-Schutzverordnungen – ganz unter dem Motto: „Sternsingen – aber sicher!“

Mit dem Kreidezeichen „20*C+M+B+21“ bringen die Mädchen und Jungen in der Nachfolge der Heiligen Drei Könige den Segen „Christus segne dieses Haus“ zu den Menschen, sammeln kontaktlos für benachteiligte Kinder in aller Welt und werden damit selbst zu einem wahren Segen. „Die erwachsenen Begleitpersonen werden dabei auf die Einhaltung der Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen achten“, kündigt Gemeindereferentin Jutta Grobe an, die die Aktion organisiert. Auf viele liebgewonnenen Gewohnheiten muss jedoch in diesem Jahr verzichtet werden. So können aufgrund der Corona-Situation keine gemeinsamen Gesangsstunden zum Einüben der Lieder und auch keine Bastelstunde zur Verzierung der Königskronen stattfinden. „Wir werden uns nur auf die Gottesdienste konzentrieren“, sagt Jutta Grobe. Am 3. Januar beginnt am Nachmittag der Aussendungsgottesdienst, am 10. Januar folgt der Abschlussgottesdienst. Nicht umsetzbar ist hingegen das Waffelessen, zu dem die Frauen der katholischen Frauengemeinschaft die Sternsinger als Dankeschön für ihren Einsatz jedes Jahr einladen.

Die Gemeindereferentin weist auf eine weitere wichtige Änderung hin: „Wer besucht werden möchte, der sollte sich anmelden“, sagt sie. Doch auch im Stadtgebiet oder der eigenen Siedlung klingeln die Sternsinger an den Türen, je nachdem, wie viele sich trotz Corona-Krise dazu bereiterklären, mitzumachen. „Es waren immer zwischen 50 und 60 Kinder, und ich rechne nicht damit, dass viele abspringen werden“, sagt Jutta Grobe zuversichtlich. Nach dem Aufruf in den Pfarrnachrichten nimmt sie derzeit die Rückmeldungen entgegen.

Bundesweit beteiligen sich die Sternsinger in diesem Jahr an der 63. Aktion Dreikönigssingen. „Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“ lautet das Leitwort, das aktuelle Beispielland ist die Ukraine. Die Sternsingeraktion macht darauf aufmerksam, wie wichtig es für Kinder ist, in einem intakten Umfeld aufzuwaschen, das ihnen Halt gibt. In der Urkraine wachsen zahlreiche Kinder ohne Vater, Mutter oder beide Elternteile auf, weil diese im Ausland arbeiten. Zurück bleiben leidende Kinder und überforderte Großeltern. An dieser Stelle hilft die Caritas. Durch Geld des Kindermissionswerks hat sie elf Kinder- und Familienzentren aufgebaut, in denen ausgebildete Pädagogen die Kinder und Jugendlichen nachmittags betreuen. Von Hausaufgabenhilfe über Freizeitangebot bis zur psychologischen Unterstützung bieten die Mitarbeiter den Betroffenen einen verlässlichen, haltgebenden Ort an, den die Kinder gerne annehmen. Das Geld aus der diesjährigen Sternsingeraktion ist unter anderem für den Erhalt dieser Zentren gedacht. „Ich denke, nicht nur die Kinder in der Ukraine freuen sich über diese Unterstützung, sondern auch die Kinder vor Ort sind froh, dass sie eine sinnvolle und schöne Tätigkeit wahrnehmen können“, sagt die Gemeindereferentin.

1959 wurde die Aktion erstmals gestartet. Inzwischen ist das Dreikönigssingen die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Etwa 1,19 Milliarden Euro sammelten die Sternsinger seit dem Aktionsstart, mehr als 75.600 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa wurden in dieser Zeit unterstützt. Die Aktion wird getragen vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

In Hückeswagen werden die Sternsinger derzeit auf ihre Aufgabe vorbereitet, damit sie genau wissen, wie sie sich in Corona-Zeiten vor den Haustüren verhalten müssen. „Dazu nehmen wir uns bei der Ausgabe der Gewänder, Kronen, Sterne und Sammeldosen besonders viel Zeit“, sagt Jutta Grobe.