Stefan und Ingrid Kammerer verlassen Hückeswagen

Abschied von Hückeswagen steht bevor: Kammerers auf Weg in die neue Zukunft

Nach 22 Jahren in Hückeswagen ziehen Ingrid und Stefan Kammerer jetzt weiter. Am Wochenende geht es für die Kantorin und den Kirchenmusiker bereits nach Korbach, für Freitag nächster Woche steht der komplette Umzug an.

Im Wohnzimmer stapeln sich die Abschiedsgeschenke. Darunter ist ein gelbes Mini-Köfferchen mit Informationen zur künftigen Heimat von Stefan und Ingrid Kammerer, wie ein Reiseführer für den Edersee – der liegt nur wenige Kilometer von Korbach in Hessen entfernt. Nur im Flur des Eingangsbereichs sieht es ein wenig nach Umzug auf, denn dort stehen einige wenige Kartons. Außerdem kommt Stefan Kammerer gerade mit einer abgeschraubten Lampe aus der ersten Etage. Am Sonntag hatten sich noch die letzten Freunde verabschiedet, doch am Montag beginnt endgültig das „Abenteuer“ Korbach für das Ehepaar – sie ist die Kantorin der Evangelischen Kirchengemeinde, er arbeitet in gleicher Funktion in Wipperfürth (s. Info).

Bis zum Wochenende werden nun Kartons gepackt. Dann geht es für das Ehepaar in die neue hessische Heimat, wo das neue Haus eingerichtet wird. Während der 53-Jährige dann voraussichtlich dort bleiben wird, kehrt seine Ehefrau nächste Woche noch einmal zurück in ihr Haus auf dem Höchsten, das sie bereits verkauft haben. Denn Ingrid Kammerer wird den Umzug organisieren, den die Familie und Freunde stemmen wollen: Am Samstag, 21. Juli, starten der voll bepackte Lkw und mehrere Privatwagen nach Korbach, wo die Kammerers am 1. August ihre gemeinsame Kantorstelle beginnen werden.

Es dürfte eine Fahrt voller Wehmut sein, hat sich das Ehepaar doch in Hückeswagen immer wohlgefühlt. „Wir sind hier damals sehr gut aufgenommen worden und hatten direkt Kontakt zu den Menschen“, blickt die 54-Jährige zurück auf ihren Anfang in Hückeswagen 1996, als das Ehepaar nach drei Jahren im niedersächsischen Stolzenau ins Bergische kam. „Wir wurden sofort zum Kaffeetrinken oder zu Spaziergängen mit den Kindern eingeladen“, erzählt sie. „Das war sehr angenehm“, bestätigt ihr Mann. Es hätten sich gute Kontakte entwickelt, aus denen heute ihre besten Freunde resultierten, sagt Ingrid Kammerer. „Wir hatten schnell das Gefühl, hier angekommen zu sein.“

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Dass sie nun der Schloss-Stadt, die für sie immerhin 22 Jahre Heimat war, den Rücken kehrt, war so nicht unbedingt geplant. „Wir haben immer gesagt, dass wir zumindest so lange bleiben, wie die Kinder in der Schule sind“, sagt Stefan Kammerer. Anschließend sollte eine Bestandsaufnahme folgen. Dann entdeckte das Paar die Stellenanzeige der Evangelischen Gemeinde in Korbach in einem Fachblatt. „Wir haben nicht konkret gesucht, aber die Stellenausschreibung hat uns direkt angesprochen“, sagt Ingrid Kammerer.

Das Gute an der gemeinsamen Stelle für beide ist: „Jeder kann das machen, was er am liebsten tut“, versichert die 54-Jährige. Mit ihrem Mann wird sie sich die beiden Fachbereiche aufteilen: „Er ist der Orgel-Mensch, ich bin ein Chor-Mensch“, sagt sie. Zudem freue sie sich darauf, freiberuflich arbeiten zu können. Das könnte etwa die Leitung anderer Chöre oder Privatunterricht sein.

„Wir lassen schon viel zurück“, bilanziert Stefan Kammerer. „Aber wir wissen, dass was Neues kommt. Das ist spannend“, fügt seine Frau hinzu. Zudem ist die alte Heimat nicht aus der Welt, sind es doch von der künftigen Wirkungsstätte nur etwa 230 Kilometer, die mit dem Auto in gut zwei Stunden zurückgelegt werden können. Die Kantorei hat schon angekündigt, einen Ausflug nach Korbach machen zu wollen. Und die Kammerers werden mit Sicherheit das eine oder andere Mal in Hückeswagen auftauchen – „einige Einladungen haben wir schon“, sagt Ingrid Kammerer.