Städtepartnerschaft soll mit neuen Impulsen lebendig bleiben

Hückeswagen-Etaples : Die Städtepartnerschaft soll mit neuen Impulsen lebendig bleiben

Mehr persönliche Kontakte, ein Austausch unter Jugendlichen und ein Kunstprojekt zum 50-jährigen Bestehen – so wollen Hückeswagen und Etaples künftig verbunden bleiben.

Dass die Städtepartnerschaft zwischen der Schloss-Stadt Hückeswagen und Etaples lebendig ist und lebt, das hat der Besuch des Partnerschaftskomitees und von Bürgermeister Dietmar Persian am vergangenen Wochenende eindrucksvoll bestätigt.

Ob zum Heringsfest am Samstag oder zu den Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren am Sonntag – „es war rundherum ein gutes Wochenende, geprägt von vielen menschlichen Kontakten, durch die wir uns näher gekommen sind. Wir sind alle sehr beseelt“, berichtet Persian über den Besuch in der französischen Partnerstadt, an dem neun Hückeswagener teilgenommen hatten.

Das Gedenken an den Krieg hält Persian für einen wichtigen Moment, denn auch bei seinem Amtskollegen Philippe Fait habe er deutlich gespürt, dass die kleine Partnerschaft zwischen Hückeswagen und Etaples durchaus auch eine wichtige Bedeutung für den Frieden in Europa habe. „Wir Besucher haben deutlich gespürt, dass auch in Etaples alles dafür getan wird“, sagt Persian. Besonders beeindruckt habe ihn, dass zu den Gedenkfeiern auch 100 Kinder gesungen, getanzt und Gedichte vorgetragen hätten. So könne der Frieden schon von klein auf wachsen und gelebt werden. „Und durch diese Emotionalität bekommt auch die Partnerschaft eine stärkere Bindung“, sagt der Hückeswagener Bürgermeister.

Schon im Vorfeld hatte Persian angekündigt, sich mit seinem Amtskollegen Philippe Fait auch über die künftige Struktur der Partnerschaft unterhalten zu wollen. Ihm seien nämlich die menschlichen Kontakte sehr wichtig, sagte der Bürgermeister vor der Abreise nach Frankreich. Vor Ort stellte er dann fest, dass die französischen Gastgeber ähnlich denken, „denn sowohl der Bürgermeister als auch die Mitglieder der Partnerschaftskomitees aus Etaples nahmen sich viel Zeit für unseren Besuch, was wir als sehr wohltuend empfanden“, sagt Persian. Man habe zusammen gefeiert, aber auch gemeinsam überlegt, wie man die Zukunft gestalten kann.

Auch Etaples hat einen Platz nach ihrer Partnerstadt Hückeswagen benannt – und zwar den Bahnhofsplatz. Foto: Bornkessel

Ganz konkret bedeutet das, dass Fait im kommenden Jahr zum Altstadtfest nach Hückeswagen kommen wird. Dafür lässt der Bürgermeister von Etaples andere wichtige Veranstaltungen in der Partnerstadt verlegen, teilte Persian nach seiner Rückkehr mit.

Außerdem waren sich beide Bürgermeister einig, dass mehr Jugendliche in den Austausch kommen müssten. Das soll konkret nicht auf Schulebene, sondern über private Kontakte laufen, damit die jungen Menschen bei Familien leben und in den Alltag der jeweils anderen Familie integriert werden. „Wir wollen diese privaten Kontakte fördern, denn wo persönliche Beziehungen gelingen, gelingt auch eine solche Städtepartnerschaft“, meint Persian.

Die Friedensstele von Künstler Bernhard Guski auf dem Etapler Platz. Die Taube setzt zum Flug in Richtung Hückeswagens Partnerstadt Etaples an. Foto: Joachim Rüttgen

Auch zwischen den Fußballvereinen soll es wieder stärkere Kontakte geben. Die Verbindungen zwischen dem RSV und dem Verein aus Etaples sind nach Angaben von Persian etwas eingeschlafen, da wolle man versuchen, die Verbindung wieder etwas aufleben zu lassen.

Außerdem könnte es zum 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft 2022 zu einem ganz besonderen Kunstprojekt kommen: „Es steht der Gedanke im Raum, in Etaples eine Friedens-Stele auf dem Hückeswagener Platz, dem Bahnhofsplatz in Etaples, zu errichten“, berichtet Persian. Das geschehe analog zur Stele des Hückeswagener Künstlers Bernhard Guski, dessen Taube in Richtung Etaples fliegt. „Auch diesen Gedanken unterstützt der Bürgermeister von Etaples ausdrücklich“, sagt Persian. Das sei ein gutes Zeichen für die Partnerschaft, die aber auch in Zukunft noch weitere Mitstreiter benötige. „Wer also Ideen hat und sich engagieren möchte, kann sich gerne bei mir oder beim Partnerschaftskomitee melden“, appelliert Persian an alle Bürger, sich aktiv in die Städtepartnerschaft einzubinden.

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