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Hückeswagen: „Peppi“ wieder am Start beim Volkstriathlon

Persönlich : „Peppi“ startet nach Krebserkrankung beim Triathlon

Mit einem besonders emotionalen Gefühl ging Hans-Georg Peppinghaus beim 36. ATV-Triathlon am Samstag an den Start. „Dass ich das wieder erleben darf“, lautete das ganz persönliche Motto des 74-Jährigen. Kein Wunder, war es doch die erste Triathlon-Teilnahme für den Hückeswagener nach seiner schweren Erkrankung.

Zuletzt war Peppinghaus im August 2015 beim Volkstriathlon mit 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen gestartet. Mit fast 20 Teilnahmen zählt er zu den treusten Startern des traditionellen Wettkampfs. Im Oktober vor zwei Jahren erhielt er dann die Krebsdiagnose „Zungengrundkarzinom“. 30 Bestrahlungen, zehn Chemotherapien und sieben Monate künstliche Ernährung liegen hinter dem sportlichen Rentner. „Ich habe nur noch 50 Kilogramm gewogen und konnte kaum noch gehen“, berichtete er von dieser schweren Lebensphase. Mit dem Rollator als Stütze habe er wieder begonnen zu Laufen. Im vorigen Jahr sei er noch nicht so weit gewesen, um wieder an einem Wettkampf teilnehmen zu können. „Ich musste erst wieder Muskulatur aufbauen“, berichtete das ATV-Mitglied. Nun hat der 74-Jährige fast wieder seine frühere Fitness erreicht.

Familienangehörige und Freunde warteten am Samstagmittag auf dem Sportplatz an der Schnabelsmühle dennoch mit einer großen Portion Sorge auf seine Ankunft. Das Ziel erreichte der 74-Jährige nach einer Stunde und 42 Minuten. „Beim Radfahren habe ich einen aus meiner Altersklasse (AK 75) überholt“, berichtete er sichtlich zufrieden. Diese Aktion brachte ihm den Sieg in seiner Altersklasse ein. Das Schwimmen sei jedoch beschwerlich gewesen. Denn Hans-Georg Peppinghaus trat trotz Handicap zum Wettkampf an: „Mein Schluckmuskel ist defekt und die Wellen waren sehr hoch. Wenn ich Wasser in den Mund bekomme und mich verschlucke, dann ersticke ich fast“, erklärte er. Daher sei es auch nicht möglich gewesen, während des Laufens und Radfahrens Flüssigkeit zu sich zu nehmen. „Ich habe auf der gesamten Strecke nur zweimal angehalten, um etwas zu trinken“, fügte er hinzu.

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Seine behandelnden Ärzte sind sich sicher: Hans-Georg Peppinghaus hätte diese Erkrankung nicht überlebt, wenn er körperlich nicht so fit gewesen wäre. Daher war die erneute Teilnahme am Triathlon sein persönlicher Triumph über den Krebs. „Dass ich das noch erleben darf“, äußerte sich der passionierte Sportler im Ziel gerührt und glücklich zugleich.