Geldstrafe für Hückeswagener wegen illegalen Waffenbesitzes

Amtsgericht : Geldstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes

Er hatte die Polizei wegen nächtlicher Ruhestörung in der Nachbarschaft gerufen. Doch weil die Polizei dann bei ihm einen Elektroschocker und eine Schreckschusspistole fand, für die er keine Waffenbesitzkarte vorweisen konnte, musste er sich jetzt vor dem Amtsrichter verantworten.

Nicht jede Hausgemeinschaft lebt friedlich zusammen. Oft kommt es zu Streit unter Nachbarn, wie im Januar am Graf-Arnold-Platz auf Wiehagen geschehen. Wegen Ruhestörung war in einer Nacht die Polizei gerufen worden. Schlecht für einen 28-jährigen Hausbewohner, wurden doch bei ihm eine Schreckschusspistole und ein Elektroimpulsgerät ohne Prüfzeichen gefunden und sichergestellt. Für den illegalen Waffenbesitz musste sich der Hückeswagener nun am Wipperfürther Amtsgericht einfinden.

Der Angeklagte verzichtete auf einen Verteidiger: „Ich wusste nicht, dass der Elektroschocker verboten ist. Ich habe ihn geschenkt bekommen“, beteuerte der Wiehagener. Die Schreckschusspistole habe er von seinem Vater geerbt. Wie die Polizisten später festgestellt hatten, war der Lauf aufgebohrt und die Waffe dadurch ohne Laufsperre. Sie könnte somit auch als scharfe Schusswaffe genutzt werden. Der 28-Jährige, der noch keine Vorstrafen hat, beteuerte jedoch, nie Gebrauch von den beiden Waffen gemacht zu haben. „Ich regele Streit anders, deswegen habe ich ja auch die Polizei gerufen“, fügte er hinzu.

Das Gericht würdigte die Offenheit des Hückeswageners, der sofort zugegeben hatte, die Waffen schon seit mehreren Jahren zu besitzen. Daher hielten Staatsanwalt und Richter eine Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu je 30 Euro, also 1500 Euro, für angemessen. „Wir wissen halt nicht, wie gefährlich die Pistole wirklich war“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Der Elektroschocker wie auch die Schreckschusspistole, die für den Angeklagten nach eigener Aussage nur ein Andenken an seinen Vater war, werden nun von der Polizei vernichtet.

Wichtig war dem 28-Jährigen Arbeitssuchenden, dass die Strafe nicht im Führungszeugnis eingetragen wird und auch bei einem neuen Arbeitgeber nicht offenbart werden muss. „Die Offenbarungspflicht besteht erst ab einer Strafe von 90 Tagessätzen“, beruhigte ihn der Richter.

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