Lyrik : "Die Sterne" von Gustav Sack

Wenn sich die Nacht zaghaft mit euch besteckt, wie eine dunkle Tänzerin den seideweichen Leib mit spärlichem Geschmeide, wenn ihr gleich brennendem Staub den Himmel deckt und leuchtend in das Nichts hinüberleckt, fliegt wohl von dieser dürren Lämmerheide und abgegrasten Trübsalsrinderweide die Seele lechzend zu euch hoch und reckt der Sehnsucht Fackel hoch in euch empor, bis sie vom Weine der Unendlichkeiten trunken taumelt und ein wirrer Flor sich um die Sinne legt -: aus euren Weiten, die ewig grenzenlos ich hochbeschwor, fall ich zurück in Staub und Sterblichkeiten.

Gustav Sack (1885 - 1916) dt. Dichter

(RP)