Scherzhaft: Die Stadt bietet Online-Hochzeiten an - am 1. April

Scherzhaft: Die Stadt bietet Online-Hochzeiten an - am 1. April

HÜCKESWAGEN (büba) Heiraten im Hückeswagener Schloss oder im Pavillon des Rosengartens - was Romantischeres gibt es wohl kaum. Deshalb wollen viele einheimische und auswärtige Brautleute im oder am Schloss den Bund fürs Leben schließen. Doch was die Stadt da Ostersonntag auf ihrer Internetseite als "bundesweit einmalig" propagierte, wäre vielleicht bequem, aber doch mehr als unromantisch gewesen - die Online-Hochzeit. Zum Glück war es nur ein April-Scherz, wenn auch ein sehr kreativer.

HÜCKESWAGEN (büba) Heiraten im Hückeswagener Schloss oder im Pavillon des Rosengartens - was Romantischeres gibt es wohl kaum. Deshalb wollen viele einheimische und auswärtige Brautleute im oder am Schloss den Bund fürs Leben schließen. Doch was die Stadt da Ostersonntag auf ihrer Internetseite als "bundesweit einmalig" propagierte, wäre vielleicht bequem, aber doch mehr als unromantisch gewesen - die Online-Hochzeit. Zum Glück war es nur ein April-Scherz, wenn auch ein sehr kreativer.

So hatte Torsten Kemper von der Verwaltung auf www.hueckeswagen.de geschrieben: "Unser Leben wird immer digitaler. Alles kann man heutzutage auf dem Smartphone erledigten. Auch die Verwaltung geht mit der Zeit und bietet immer mehr Angebote online, für die der Bürger nicht mehr ins Rathaus gehen muss." Er verwies darauf, dass Antragsteller bereits seit vorigem Jahr bei der Stadt eine Melderegister-Auskunft online bekommen sowie ein Osterfeuer oder einen Stand beim Altstadtfest anmelden könne. Seit Anfang dieses Jahres sei es zudem möglich, seinen Hund online anzumelden oder eine Urkunde beim Standesamt zu bestellen. All das ist real - auch über den 1. April hinaus.

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Nicht realistisch ist jedoch das angebliche Angebot, dass in Hückeswagen Ehen online geschlossen werden können. Dazu schrieb Kemper: "Wenn zwei Herzen sich gefunden haben, muss nicht mehr lange nach einem Termin gesucht werden. Einfach vor den PC oder das Smartphone setzen, gemeinsam auf ,JA' klicken - und die Heiratsurkunde wird per Post zugeschickt." Er zitierte sogar Bürgermeister Dietmar Persian: "Gerade junge Menschen wollen alles digital erledigen. Eine altmodische Hochzeit, bei der man persönlich vor dem Standesbeamten sitzt, erscheint da arg überholt." Deswegen sei ein neues Verfahren programmiert worden, das eine Online-Hochzeit möglich mache. Kemper: "Natürlich gab es dabei einige rechtliche Schwierigkeiten zu überwinden. Insbesondere der Nachweis, dass wirklich beide Ehepartner vor dem Bildschirm sitzen, fiel schwer." Die "Lösung" lautete: Im Moment des "JA"-Klicks sollte ein Foto ausgelöst werden, das die Ehepartner im Moment der Eheschließung zeigt. Dies hätte dann mit dem Foto der Personalausweise abgeglichen werden können, um eine Identifizierung zu ermöglichen. Kemper setzte noch einen drauf und betonte, dass das Verfahren mit der EU-Kommission in Brüssel abgestimmt worden sei. "Damit ist sichergestellt, dass die Online-Hochzeit in allen EU-Staaten anerkannt wird", flunkerte er. Problematisch sei noch die Anerkennung durch die USA, da die Hochzeit dort nur anerkannt werde, wenn die Ehepartner auch ihre Fingerabdrücke und ein lückenloses Führungszeugnis einreichten. Die Stadt würde aber mit dem Auswärtigen Amt an einer technischen Lösung arbeiten.

Wer noch am 1. April sein Ja-Wort abgegeben hätte, sollte ein Stammbuch gratis dazu bekommen - natürlich als eBook. Ein hübscher April-Scherz der Stadt, der Gott sei Dank nicht in die Realität umgesetzt wird. Wo würde denn sonst die einmalige Hochzeitsromantik bleiben?

(RP)