21-jähriger Hückeswagener prellt Internetkäufer

Amtsgericht : 21-jähriger Hückeswagener prellt Internetkäufer

Geldknappheit soll der Grund gewesen sein, warum ein 21-Jähriger gutgläubige Käufer im Internet um ihr Geld brachte. Die Straftat des Betrugs wurde nun am Wipperfürther Amtsgericht verhandelt und kam dem Hückeswagener letztendlich teuer zu stehen.

Seine Masche war relativ einfach: Im September bot der ehemalige Hauptschüler ohne Ausbildung sechs Elektrokeingeräte, darunter ein Smartphone und mehrere Tabletcomputer der Marke Apple (iPads), auf der Internetplattform Ebay Kleinanzeigen an, ohne sie überhaupt besessen zu haben. Die Käufer bezahlten die Ware per Banküberweisung, erhielte dafür aber keinen Gegenwert, geschweige denn die angepriesene Ware. Insgesamt entstand den Käufern dabei ein finanzieller Schaden von 1496 Euro – das Geld hatte sich der Hückeswagener in die eigene Tasche gesteckt.

Der Angeklagte leugnete den Betrug nicht. „Ich weiß, ich habe Scheiße gebaut und es tut mir leid“, sagte er und beteuerte, das Geld zurückzahlen zu wollen, sobald es ihm möglich sei. Das wird aber so bald nicht passieren, denn der 21-Jährige zahlt bereits rund 2000 Euro Schadenswiedergutmachung aus einer vorherigen, ähnlichen Tat zurück und muss zudem 70 Sozialstunden ableisten. Nun habe er sich eine Wohnung in Wuppertal gemietet und wolle sich auch dort einen neuen Job suchen. Für den Richter war diese Aussage ein Warnsignal. „Kümmern Sie sich rechtzeitig um einen Job, sonst habe ich Sie bald wieder hier sitzen“, mahnte er den jungen Hückeswagener eindringlich.

Der Staatsanwalt betitelte die Tat als „Leben auf Kosten anderer“. „Sie haben die Gelegenheit genutzt, sich im Internet, ohne Augenkontakt zu den Käufern, recht schnell Geld zu beschaffen. Die Wiederholung dieser Tat wirft kein positives Licht auf Sie“, unterstrich er. Er forderte daher eine Geldstrafe von 1200 Euro (120 Tagessätze à zehn Euro), was gleichzeitig einen Eintrag ins Führungszeugnis nach sich zieht. „Ein Arbeitgeber, der sich blind auf Sie einlässt, braucht eine Warnung“, betonte der Staatsanwalt.

Der Richter schloss sich in seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Zudem soll der entstandene Schaden von knapp 1500 Euro zurückgezahlt werden. Wann der Verurteilte zu der Rückzahlung fähig ist, bleibt offen. „Die Geschädigten werden wahrscheinlich lange auf ihr Geld warten müssen oder bleiben eventuell ganz darauf sitzen“, äußerte sich der Richter skeptisch.

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