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Ansichtssache: Stadt plant vorausschauend bei Kitas und im Straßenbau

Ansichtssache : Stadt plant vorausschauend bei Kitas und im Straßenbau

Kita-Plätze, Löwengrundschule und Straßenbefahrung - die Stadt hat diese Woche bewiesen, dass sie mit Weitsicht plant und die Zukunft durchaus im Blick behält. Gut so!

Die Kindergartenbedarfsplanung bleibt eine Zukunftsausgabe. Die Stadt muss sich den Herausforderungen mit Weitsicht und vorausschauendem Denken und Handeln widmen. Insofern waren die aktuellen Informationen im Sozialausschuss diese Woche durchweg positiv: 40 neue Plätze werden bis August in Wiehagen geschaffen. Dass das mittelfristig nicht reichen wird, hat die Stadt erkannt. Sie versucht schon jetzt, zumindest planerisch einzugreifen, denn eigene Kindergärten hat die Schloss-Stadt Hückeswagen noch nie betrieben. Dieses Handeln ist vorbildlich, denn Auslöser für die Entwicklung ist eine sehr erfreuliche Tendenz: Entgegen früherer Prognosen steigt nämlich die Geburtenrate an. Und außerdem steigt der Bedarf an Tagesbetreuung für kleinere Kinder unter drei Jahren. Da muss die Stadt handeln und zumindest versuchen, auf Anbieter einzuwirken, dass weitere Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Auch eine passive Rolle kann die Stadt durchaus aktiv gestalten.

Apropos aktiv: Die Stadt tut gut daran, den Neubau der Löwengrundschule im Brunsbachtal von Anfang an in der Öffentlichkeit transparent darzulegen und die Bürger auf dem Planungsweg mitzunehmen. Ein guter Auftakt war da die Zukunftswerkstatt, bei der Eltern, Lehrer, Vertreter der Verwaltung und Politiker Ideen für den Neubau sammelten. Es ist ganz wichtig, dass gleich zu Beginn des langen Prozesses möglichst gemeinsam an einem Konzept gearbeitet wird. Dass "nur" 23 Hückeswagener an der Planung mitgewirkt haben - obwohl Platz für bis zu 80 Menschen gewesen wäre - muss zumindest ein bisschen verwundern. Ist es Desinteresse? Gab's andere Verpflichtungen? Es wird weitere Planungstermine geben. Hier dürfte die Beteiligung dann ruhig etwas üppiger ausfallen.

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Wenn die Stadtverwaltung Geld ausgibt, wird das oft genug von der Politik zumindest kritisch begleitet. Auch im Fall von "eagle eye" gab's im Bauausschuss zumindest kontroverse Meinungen, ob denn schon nach sechs Jahren wieder eine Befahrung aller Straßen in Hückeswagen nötig ist. Immerhin kostet das Projekt jedes Mal 60.000 Euro. Unterm Strich aber spart die Stadt nachweislich, schließlich werden Sanierungsmaßnahmen nicht auf Zuruf oder aus dem Bauch heraus geplant und umgesetzt, sondern anhand belastbaren Materials. Das auf diese Weise stets aktuelle Straßenkataster ermöglicht ein sehr plan- und mithin auch sinnvolles Vorgehen. Und das sollte das Geld schon wert sein. Dass Hückeswagen als Kleinstadt dabei eine Vorreiterrolle spielt und erst jetzt andere Kommunen wie zum Beispiel Burscheid sich für das Projekt interessieren, zeigt, wie vorausschauend die Politik vor sechs Jahren entschieden hat.

(RP)