Hückeswagen: Stadt lockt Holländer mit Infos in ihrer Sprache

Hückeswagen : Stadt lockt Holländer mit Infos in ihrer Sprache

Radler, Wanderer und Camper aus den Niederlanden sollen vermehrt ihren Kurzurlaub in Hückeswagen verbringen. Dafür hat die Stadt in Niederländisch eine Broschüre mit städtischen Attraktionen aufgelegt.

Von Maastricht sind es keine zwei Stunden, dann ist der Süd-Limburger in Hückeswagen. Hier kann er etwa radeln auf dem Radweg (und das fast bis Köln und wieder zurück), in den Wäldern wandern oder campen an der Bever-Talsperre. Darauf setzen die Verantwortlichen im Rathaus jetzt ihre Hoffnungen. Und dass diese sich erfüllen, dafür hat vor allem die Tourismus-Beauftragte der Stadt, Heike Rösner, die Vorarbeit geleistet: Sie ließ mit Hilfe des Kölner Tourismusunternehmens Compass eine Broschüre erstellen, die in Niederländisch alles Wissenswerte rund um die Schloss-Stadt erläutert.

"Wir wollen die holländischen Tagestouristen dort abholen, wo sie sind", sagte Bürgermeister Uwe Ufer gestern bei der Vorstellung der Broschüre. Zwar könnten viele Niederländer sehr gut Deutsch. "Aber wenn ich Informationen in meiner Muttersprache bekomme, dann spricht mich das natürlich mehr an", betonte er.

Nachdem "Burgemeester" Ufer in einem kurzen Vorwort die "beste bezoekers" begrüßt, erfährt der Leser der neuen Broschüre in acht Kapiteln viel über das, was er während seines Aufenthalts in der Schloss-Stadt machen kann: "historisch" (Informationen zur Stadtgeschichte), "op de fiets" (Radweg), "te voet" (Wandern), "culinair" (Restaurants), "'s Nacht" (Hotels), "cultureel" (kulturelles Angebot), "sportief" (sportliche Aktivitäten) und "live" (Veranstaltungen).

Seit knapp zwei Jahren unterhält die Stadt Kontakte zum Touristikverband Zuid-Limburg aus Valkenburg bei Maastricht. Dort liegen bereits Flyer über Hückeswagen aus — aber bislang in Deutsch. Das soll sich in Kürze ändern: Ein ganzer Karton wird in der kommenden Woche auf den Weg nach Süd-Limburg gebracht. Außerdem präsentieren Heike Rösner und die städtische Wirtschaftsförderin Katja Leidenberger am Karnevalswochenende bei der Messe "Fiets en Wandelbeurs" in Amsterdam am Stand der Naturarena Bergisches Land die touristischen Attraktionen der Schloss-Stadt. "Radeln und Wandern — das ist genau unser Thema", versicherte Ufer mit Blick auf das Thema der Messe.

Langzeitbesucher erwartet die Stadt nicht, wohl aber Tages- bzw. Wochenendtouristen. "Wir sind eine Region, die zum Radfahren und Wandern geradezu einlädt. Ich denke, die niederländischen Besucher kommen einen Tag zu uns, maximal zwei Tage", spekulierte der Bürgermeister.

Wie auf die holländischen Nachbarn, so setzt Ufer auch auf Tagestouristen aus dem Kölner Raum. Allerdings sei es schwierig, dort mit Broschüren zu werben. "Köln Tourismus will sehr viel Geld dafür haben", sagte Rösner. Doch Ufer hofft, dass diese Art der Werbung doch noch klappen wird. Schließlich steht er bereits seit August 2012 in Kontakt mit Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters. "Und er hat uns Hilfe versprochen", sagte Ufer.

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(RP/rl)