Hückeswagen: Stadt betreut noch 95 Flüchtlinge

Hückeswagen : Stadt betreut noch 95 Flüchtlinge

Situation hat sich entspannt: 53 Menschen stehen in laufenden Asylverfahren.

Fast 300 Flüchtlinge hatten die Stadt im Jahr 2015 vor enorme Herausforderungen gestellt, unter anderem, weil der Wohnraum in Hückeswagen knapp war und nahezu täglich neue Menschen untergebracht werden mussten. Seitdem hat sich die Situation deutlich entspannt: Aktuell betreut die Stadt noch 95 Flüchtlinge entsprechend den Vorgaben des Asylbewerberleistungsgesetzes. Das berichtete Sabine Erxleben von der Verwaltung jetzt im Sozialausschuss. Von ihnen stehen noch 53 im laufenden Asylverfahren. Syrer, die anfangs die zahlenmäßig größte Gruppe bildeten, sind nicht mehr darunter, ihre Verfahren wurden bereits anerkannt. Inzwischen sind es überwiegend Menschen aus dem Irak und aus Afghanistan, die in Hückeswagen auf den Ausgang ihrer Asylverfahren warten.

Unter den von der Stadt betreuten Flüchtlingen sind 13 Familien mit insgesamt 59 Personen, 31 alleinstehende Männer und fünf alleinstehende Frauen. Untergebracht sind sie weiterhin in den Unterkünften in Scheideweg (26), an der Ewald-Gnau-Straße (16) und an der Peterstraße (25). Wohnungen fand die Stadt für 39 Flüchtlinge. Ein kleiner Teil von ihnen steht inzwischen nicht mehr unter städtischer Betreuung, sondern unter der des Job-Centers. Sie dürfen aber in den städtischen Wohnungen bleiben, weil es auf dem freien Wohnungsmarkt in Hückeswagen kaum noch möglich ist, passende Mietwohnungen zu finden. Die Miete zahlt in diesen Fällen das Job-Center an die Stadt.

Sorgen bereitet es den Verantwortlichen im Rathaus, dass eine Kostenerstattung vom Land nur für die Flüchtlinge geleistet wird, die noch im laufenden Asylverfahren sind. Für alle, deren Verfahren negativ abgeschlossen wurde, die aber mit Duldung weiter in Deutschland leben dürfen, bekommt die Kommune kein Geld. "Es ist auch nicht so, dass den Städten, wie eigentlich angekündigt, nur noch Menschen zugewiesen werden, die eine reale Bleibeperspektive haben", sagte Erxleben. Und auch die Integrationsleistungen der Kommunen würden nicht ausreichend finanziert.

Bürgermeister Dietmar Persian unterstrich in diesem Zusammenhang: "Das ist kein Hückeswagener Problem, sondern ein landesweites. Die Städte und Gemeinden müssen die Landesregierung gemeinsam immer wieder daran erinnern, was sie gesagt und versprochen hat, als sie noch in der Opposition war."

(bn)
Mehr von RP ONLINE