Sportler-Demo in Hückeswagen „Halle hier vor Ort – sofort!“

Hückeswagen · Sie machten am späten Dienstagnachmittag im Vorfeld der Sitzung des Bauausschusses richtig Lärm auf dem Bahnhofsplatz, die etwa 80 Demonstranten aus dem Hückeswagener Sport. Einen Einfluss auf die Politik hatten sie aber (noch) nicht.

Vom Sitzungsraum sah die Menge der Demonstranten zwar eher klein aus, sie verschaffte sich aber unüberhörbar Aufmerksamkeit.

Vom Sitzungsraum sah die Menge der Demonstranten zwar eher klein aus, sie verschaffte sich aber unüberhörbar Aufmerksamkeit.

Foto: Stephan Büllesbach

Die Situation am späten Dienstagabend auf dem Bahnhofsplatz vor der Glashalle erinnerte an ein Lied der „Höhner“, in dem es im Refrain heißt: „Steh auf, mach laut. Mach richtig Lärm. Wir lieben das Leben und grade deswegen wollen wir‘s laut, schön laut, schön laut, schön laut.“ Horst Mettler und Kerstin Steffens von der ATV-Handballabteilung hatten etwa 80 Sportler, Kinder und Erwachsene und vorwiegend Handballer, für eine Demonstration im Vorfeld des Bauausschusses im Multifunktionalen Sitzungsraum der Stadt dort zusammengetrommelt – im wahren Sinne des Wortes. Denn angeführt von einer kleinen Trommlerin machten die Demonstranten jede Menge Lärm. Mit Pfeifen und Tröten. Der begleitete die Vertreter aus Politik und Verwaltung nicht nur auf deren Weg in den Sitzungssaal, sondern auch noch eine Zeit lang zu Beginn der Sitzung.

Entscheidenden Einfluss auf das Abstimmungsergebnis hatten sie letztlich nicht – weil es mal wieder keine Entscheidung darüber gab, ob der von den Sportlern geforderte gleichzeitige Bau von Hallenbad und Dreifachturnhalle im Brunsbachtal tatsächlich umgesetzt wird. Die SPD hatte einen entsprechenden Antrag, ähnlich dem der Grünen, gestellt. Die Entscheidung soll in der nächsten Ratssitzung am 5. März fallen, eine Empfehlung durch den Ausschuss gab es nicht. Denn die CDU hatte erneut Beratungsbedarf angemeldet.

„Erst versprochen, dann gebrochen“: So skandierte die Menge immer wieder und forderte: „Halle hier vor Ort – sofort!“ Denn die Befürchtung aller ist: „Wenn die Halle jetzt nicht gebaut wird, kriegen wir in den nächsten 20 Jahre keine Halle.“ Das erklärte Mettler im Gespräch mit unserer Reaktion. Er wisse auch, dass die Halle „nicht bis morgen fertig sein wird“. Aber die Sportler seien schon zufrieden, wenn der Rat der gemeinsamen Errichtung von Bad und halle zustimmen würden und die Halle, wie das Bad, „bis 2028 oder 2029 fertig werden würde“.

Denn gerade die Handballer haben ein großes Problem: Ihnen fehlt es an Trainingszeiten. Mettler machte das am Beispiel des Dienstags deutlich, dann trainieren zwischen 16.30 Uhr (früher geht’s wegen des Schulsports nicht) und 22 Uhr in der Mehrzweckhalle vier Senioren- und sechs Jugendmannschaften. Mitunter wärmt sich ein Team eine halbe Stunde am Rand auf, am danach den Platz von einem anderen zu übernehmen. „Damit das vernünftig klappt, müssten wir bis 22.30 oder 22.45 Uhr trainieren. Aber diese Mehr-Zeit bekommen wir von der Stadt nicht“, bedauerte Mettler. Die Folge sei, dass viele Handballer nach Radevormwald abgewandert seien. „Dabei könnten wir eine vierte Herren- und eine zweite Damenmannschaft melden“, sagt das Handball-„Urgestein“ des ATV.

Entlastung könnte es erst geben, wenn die Sanierung der Hauptschulturnhalle beendet ist, also etwa ab Anfang nächsten Jahres. „Dann könnten mittwochs die Dritte Herren und einige Jugendmannschaften dort trainieren“, sagte Mettler. Das Problem der fehlenden Hallenkapazitäten aber löst die Hauptschulhalle jedoch nicht, wie er klarstellte. „Wir Handballer sind ja nicht die Einzigen, die Hallenzeiten brauchen.“ Die bräuchten alle Vereine.

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