Hückeswagen: Solidarität mit Kurt Beck

Hückeswagen : Solidarität mit Kurt Beck

Interview Nach aktuellen Umfragen hat die SPD bundesweit das bisher wohl tiefste Tief in der Wählergunst erreicht. Wie fühlt sich in dieser Situation und ein Jahr vor der Kommunalwahl der Ortsvorsitzende Horst Fink?

Herr Fink, Sie sind Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Hückeswagen. Können Sie in dieser Eigenschaft angesichts der aktuellen Umfragewerte überhaupt noch ruhig schlafen?

Fink Als Vorsitzender der SPD Hückeswagen versuche ich, eine vernünftige politische Arbeit für unsere schöne Stadt zu leisten. Das kann nach meiner Auffassung aber nur im Team gut gelingen. Viele Wahlen stehen in 2009 an, und es gilt nun, gute Kandidaten für die Wahlbezirke zu finden. Leider finden sich immer wenige Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich längerfristig für unsere Gesellschaft politisch engagieren. Das lässt mich natürlich nicht ruhen. Außerdem fühle ich mich auch in der Verantwortung für meine Partei gegenüber unseren Mitgliedern.Die permanente, teilweise auch schon tendenziöse Hetzkampagne vieler Medien gegenüber allem, was zur Zeit von der Bundes-SPD kommt, trägt nicht wirklich zur Verbesserung meines Schlafes bei.

Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für das derzeitige Umfragetief?

Fink Die immer, immer wieder gestellte Frage, ob die SPD mit der Linkspartei jetzt, bald oder in Zukunft zusammenarbeiten wird oder würde. Ich glaube, die meisten Bürger können es einfach nicht mehr hören und wenden sich ab. Viele, nicht unbedingt SPD-freundliche Medien wissen das und halten das Süppchen am Kochen.

Schlägt die Stimmung der Wähler auch auf den Ortsverein durch? Wenn ja, in welcher Form? Gibt es zum Beispiel Kritik der Mitglieder, die Forderung nach einem Kurswechsel oder gibt es vermehrt Austritte?

Fink Die Stimmung könnte natürlich besser sein. Ich denke, unsere Wähler wissen, wie schwer es für Kurt Beck ist, in unserer individualisierten, kapitalgeprägten, globalisierten Welt sozialdemokratische Werte zu vermitteln. Es gilt scheinbar nur "bad news are good news". Austritte gibt es zurzeit keine.

Kann ein Ortsverein überhaupt gegensteuern?

Fink: Meine Befürchtung ist, der Ortsverein kann den Bundestrend durch gute kommunale Ortspolitik nur in geringem Maße beeinflussen. Ich bin aber fest davon überzeugt, die Hückeswagener Bürgerinnen und Bürger haben die erfolgreiche Entwicklung unserer Stadt in den letzten vier Jahren positiv erfahren. Die SPD vor Ort — zusammen mit Grünen, FDP und UWG — hat mit unserem Bürgermeister Uwe Ufer eine gute Politik für unsere Stadt auf den Weg gebracht. Wichtige Projekte wie Stadtstraße, Radweg, West 3 werden zurzeit beschlossen. Vielleicht erinnert man sich, dass Willy Stahl und Jürgen Quass die Wegbereiter für unseren sehr erfolgreichen Bürgermeister waren.

Frage: Haben Sie Sorge, dass sich in Hückeswagen "Die Linken" gruppieren könnten?

Fink: Sorge habe ich zurzeit nicht, denn schon jetzt sind sechs Gruppierungen im Rat vertreten.

Frage: Was muss in der SPD bundesweit passieren, damit es wieder aufwärts geht?

Fink: Ruhe muss einkehren! Solidarität und Klarheit sind gefragt. Die enormen Schulden müssen endlich abgebaut werden, um die wahnsinnigen Zinszahlungen zu reduzieren. Es gilt eine uneingeschränkte, solidarische Unterstützung unseres Parteivorsitzenden Kurt Beck. Er ist ein ganz normaler Bürger. Wer länger nachdenkt, weiß, welches gesundheitliche Risiko dieses verantwortliche Amt in sich birgt. Er hat sich der Aufgabe gestellt. Ich weiß das zu würdigen. Ich hoffe, viele Bürger auch.

Die Fragen stellte BM-Mitarbeiter Norbert Bangert.

(RP)
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