Mal informativ, mal schräg Social-Media-Team bringt Hückeswagen ins Netz

Hückeswagen · Neben ihrer eigentlichen Arbeit kümmern sich fünf Verwaltungs­mitarbeiter um den Internetauftritt der Schloss-Stadt in den Sozialen Medien.

Das Hückeswagener Social-Media-Team mit dem Maskottchen (v. l.): Mario Moritz, Jonathan Garrido-Pereira, „Hücki", Torsten Kemper, Joeolina Koschella und Morten Gerhardus.

Das Hückeswagener Social-Media-Team mit dem Maskottchen (v. l.): Mario Moritz, Jonathan Garrido-Pereira, „Hücki", Torsten Kemper, Joeolina Koschella und Morten Gerhardus.

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Eine Behörde verbindet man in aller Regel nicht mit ausufernden Social-Media-Aktivitäten. Und doch ist die Bedeutung der Sozialen Medien auch in diesem Kontext nicht gering. Bei der Hückeswagener Stadtverwaltung gibt es ein Team, das sich um die Bespielung der diversen Social-Media-Kanäle kümmert. „Wir haben uns im November 2018 auf Wunsch von Bürgermeister Dietmar Persian zusammengefunden, damals noch in anderer Konstellation als heute“, sagt Mario Moritz. Der Bürgermeister habe seinerzeit vor allem jüngere Verwaltungsmitarbeiter angesprochen, um die Schloss-Stadt auch im Internet sichtbarer werden zu lassen. Damals habe es im Grunde genommen nur einen AK Öffentlichkeitsarbeit sowie einen Facebook-Account der Stadt gegeben, um den sich in der Regel Torsten Kemper aus dem Ratsbüro gekümmert habe.

Seitdem ist eine ganze Menge geschehen. „Wir haben uns zuerst einen Instagram-Account zugelegt. Dort gab es damals den sogenannten Throwback-Thursday-Trend“, sagt Moritz. Dabei sei es darum gegangen, unter dem entsprechenden Hashtag – dem #-Zeichen – immer donnerstags Fotos zu posten, die einen Blick zurück erlaubten. „Da wurden etwa alte Archivbilder unseres Schlosses oder andere Ansichten aus Hückeswagen gepostet“, erinnert sich Kemper. Nach und nach sei die Arbeit professioneller geworden. – die   zusätzlich zu den jeweiligen Aufgaben der einzelnen Teammitglieder stattfindt; „keiner von uns ist dafür in irgendeiner Form freigestellt“, betont Moritz. Kemper sagt: „Wir haben angefangen, Videos zu drehen und GIFs zu erstellen, kleine bewegte Szenen.“

Um 2020 herum gab es einen Workshop beim Wipperfürther Unternehmen Cameo Medienproduktion. Dabei sei es in erster Linie darum gegangen, die Technik des Videodrehs mit dem Handy und der entsprechenden Software zu erlernen. Ziel war es, eine gewisse Professionalität und Routine zu erreichen, ohne dabei übermäßig professionell zu wirken. „Es sollte einen gewissen rustikalen Charme haben und nicht den Eindruck erwecken, dass wir hier ein riesiges Budget zur Verfügung hätten – was wir nicht haben“, sagt Moritz. Heute sind neben ihm und Kemper noch Joelina Koschella (Kämmerei), Jonathan Garrido-Pereira (Stadtplanung) und Morten Gerhardus (Personalbüro) Teil des Social-Media-Teams. Sabrina Büddefeld gehört ebenfalls dazu, ist aber im Moment im Mutterschutz.

Auf so viele Schultern verteilt sei es natürlich auch einfacher, die Aktivitäten neben der eigentlichen Arbeit auch noch zu erledigen. „Aber natürlich kann es auch mal sein, wenn besonders viel Arbeitsaufkommen ist, dass es mal eine etwas längere Pause mit Videos gibt“, sagt Moritz. Oder dass es einige Zeit dauert, bis abgedrehte Filme geschnitten und zur Veröffentlichung aufbereitet sind. So etwa der Film zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Hückeswagen und Etaples im Vorjahr. „Der ist eigentlich fertig, wir waren zum Teil mit in Etaples, um dort Impressionen zu drehen. Ich denke mal, dass wir im Februar damit an die Öffentlichkeit gehen“, kündigt Moritz an.

Wichtig sei, dass man seine Zielgruppe kenne. „Klar, uns geht‘s zum einen darum, Informationen zu posten, die wichtig für die Bürgerinnen und Bürger sind. Zum anderen soll es aber auch witzig sein“, sagt Moritz. Hier schwimme man offensichtlich mit dem Bürgermeister auf einer Wellenlänge. „Das ist eine sehr gute Zusammenarbeit, die Wege sind kurz, und er vertraut uns da auch.“ Als Instanz sei noch Torsten Kemper mit im Boot, der ja etwas älter sei. Das sei eben auch wichtig, weil manche Gags und Trends, die hohe Sichtbarkeit versprechen, recht kurzlebig seien.

„Ein Beispiel: Als Bernie Sanders, unterlegener US-Präsidentschaftskandidat, bei der legendären Einführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden im Januar 2021 zum Internet-Meme wurde, wie er auf seinem Stuhl mit selbst gestrickten Fäustlingen sitzt – da mussten wir reagieren und haben ihn auch vor das Schloss gesetzt und ein Posting abgesetzt“, erzählt Moritz. Hätte man da erst Rücksprache halten müssen, wäre der Gag vermutlich vorbei gewesen.

Bei allem Spaß sieht das Team auch eine Bereicherung für die Menschen – und für sich selbst. „Es ist Arbeit, da braucht man sich nichts vorzumachen. Aber es tut gut, zwischendurch mal etwas Anderes zu machen und zu sehen“, sagt Moritz. Jeder habe auch sein Lieblings-Posting – selbst wenn es noch gar nicht erschienen ist. „Wir haben ein Vorstellungsvideo, das schon seit langer Zeit auf die Veröffentlichung wartet, durch die Personalwechsel ist es aber einfach nicht aktuell“, sagt Gerhardus. Moritz sagt: „Ich fand unseren virtuellen Weihnachtsmarkt 2021 gut, das war recht aufwändig und eine gute Sache.“ Für Kemper hingegen ist der jährliche Aprilscherz der virtuelle Höhepunkt.

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