Segeln: Treichel/Roos sind Junioren-Europameister im 505er

Bergischer Sport : Segler Treichel/Roos sind Junioren-Europameister im 505er

Die Junioren-Weltmeister sind nicht ganz zufrieden mit der EM in Sonderborg. Der gebürtige Leichlinger Gerald Roos hält die „Familienehre“ hoch.

Das Ziel war ein Platz unter den Top 15 der 505er-Europameisterschaft im dänischen Sonderborg. Doch es waren harte Bedingungen auf der Flensburger Förde mit ständig wechselnden Wetterfronten und Böen bis zu 7, 8 Windstärken.

Unterm Strich wurde es dann Platz 21 in einem internationalen Teilnehmerfeld für Timon Treichel (DYC) und seinem Vorschoter Morten Roos (Segler-Vereinigung Wuppertal). Platz acht unter den 31 deutschen Startern hört sich dann schon besser an. Das Team aus Nordrhein-Westfalen war zudem die beste Junioren-Mannschaft im Feld der 75 505er aus neun europäischen Ländern sowie Teams aus USA und Australien und wurde damit Junioren-Europameister. „Das war ein weiteres Ziel“, hört sich Morten Roos dann doch etwas versöhnlicher an.

Maike und Maren Roos im 505er. Foto: Udo Teifel

Es waren harte Bedingungen für alle Teams, beschreibt Morten Roos. Schon am ersten Tag zogen mehrere Fronten über die Förde mit Winddrehern bis zu 60 Grad. Da passiert es dann, dass man an der ersten Tonne vorn mitfährt, und an der nächsten dann ins zweite Drittel zurückfällt. „Uns fehlte im ersten von zehn Races der Speed auf der Vorwindstrecke. Das hat uns einen besseren Platz gekostet.“

Gewannen das „Duell“ vor ihren Töchtern: Ronald und Kirsten Roos. Foto: Udo Teifel

Die besten Platzierungen waren je ein 7., 8., 10., 13. und 16. Platz. Die Steigerung in der zweiten Hälfte sorgte dann eher für zufriedenere Gesichter bei den Junioren. „Wir haben unseren Speed gefunden, haben auf der Vorwindstrecken richtig gearbeitet und sind die Welle gefahren. Hätten wir von Anfang an diese Geschwindigkeit gehabt, wäre eine Top-15-Platzierung drin gewesen.“ So sorgte der Titelgewinn eines Junioren-Europameisters dann doch noch für Zufriedenheit. „Wir haben jedenfalls einen guten Ansatz für den Rest der Saison.“

Familienduell auch während der EM in Dänemark: Ronald und Kirsten Roos (vordere Boot), dahinter Maren und Meike Roos. Foto: Udo Teifel

Das Familienduell von Ronald und Kirsten Roos (Eltern) und den Töchtern Maike und Maren haben nun die Eltern gewonnen. Nach dem „Sieg“ der Töchter bei der Bestenermittlung vor Travemünde (Eltern Platz 17; Töchter Platz 15) hatten vor Sonderborg die Eltern die Nase vorn: Sie belegten Rang 41, die Töchter Rang 48.

Kirsten Roos: „Wir sind schon zufrieden. Denn mit der kurzen, kabbeligen Welle und dem konstant kräftigen Wind mit den heftigen Drehern mussten alle kämpfen. Das wirbelte das Feld manches Mal durcheinander.“

Zwei Fehler in zwei Rennen kostete sie dann mal 20 bis 30 Boote, außerdem kenterte die Elterncrew. Und bis das Boot schließlich wieder aufgerichtet war, waren viele Plätze verloren. Auch die Töchter, immerhin vom Körpergewinn eine Leichtwindcrew, waren mit dem Ergebnis zufrieden. „Sie haben souverän durchgesegelt und sind nicht gekentert.“ Die beste Platzierung war ein zwölfter Platz.

Die „Familienehre“ hielt derweil Ronald Roos’ Bruder Gerald hoch. Der gebürtige Leichlinger lebt heute im baden-württembergischen Rastatt und segelt dort erfolgreich als Vorschoter von Stefan Böhm (Köln). Sie waren auch schon mal Vize-Weltmeister.

Sie segeln mittlerweile seit mehr als 20 Jahren erfolgreich im 505er – haben allerdings aufgrund der großen Distanz der Wohnorte kaum Zeit zum Training. Sie machen’s eben mit viel Routine. Mehrere Wettfahrten führten Stefan Böhm und Gerald Roos die Ergebnisliste der 505er-Europameisterschaft an. Im Endergebnis wurden sie dann Fünfte und zweitbestes deutsches Team. Der Titel ging am Ende nach Großbritannien.

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