Hückeswagen: Schwierige Investorsuche für Neubauprojekt "Altes Archiv"

Hückeswagen : Schwierige Investorsuche für Neubauprojekt "Altes Archiv"

Nach dem Rückzug der Genossenschaft für Bau- und Siedlungswesen (GBS) aus dem Wohnprojekt "Altes Archiv" an der Ewald-Gnau-Straße hat die Stadt große Schwierigkeiten, einen Investor zu finden. Das bestätigte Bürgermeister Dietmar Persian im Planungsausschuss. Zwar habe er ein intensives Gespräch mit einem Investor aus Köln geführt, doch eine Zusage gab es bislang noch nicht. Auf dem Gelände des ehemaligen Stadtarchivs und des früheren Awo-Kindergartens unterhalb des Bolzplatzes sollen drei Mehrfamilienhäuser mit 18 Wohnungen errichtet werden. Geplant ist sozialer Wohnungsbau - und genau hier liegt die Krux. Denn der ist in Hückeswagen kaum wirtschaftlich zu betreiben. Fördermittel sind kaum zu erwarten, und ohne solche müsste der Investor eine Miete von 8,50 Euro pro Quadratmeter nehmen - für Hückeswagen ist das eher unrealistisch. Das liegt an der für die Schloss-Stadt geltenden Mietstufe 3, die im Landesgesetz so vorgeschrieben ist. Bei einem sozialen, also geförderten Wohnungsbau darf die Miete nicht höher als 5,55 Euro ausfallen. "Das bekommen wir zwar vermietet, aber eben nicht gebaut", hatte GBS-Vorstandsvorsitzender Thomas Nebgen Anfang März gesagt und als einen Grund für den Rückzug aus dem Projekt genannt.

Jürgen Thiel (UWG) regte an, einem potenziellen Investor das städtische Grundstück kostenfrei zur Verfügung zu stellen und auf 30 Jahre zu verpachten. Dem erteilte Persian eine Absage: "Schon in den Gesprächen mit der GBS haben wir festgestellt, dass das Grundstück nicht das Problem ist." Schwierig sei, dass beim sozialen Wohnungsbau die Mieten gedeckelt und die Baukosten hoch seien sowie die Förderung schlecht sei. Ob die Stadt denn nicht selbst als Investor auftreten könne?, kam eine Anregung aus der Politik. "Das können wir natürlich schon", gab Persian lächelnd zur Antwort. Nur müssten sich dann alle im Klaren sein, dass die Stadt dafür zahlen müsste und die Kosten wohl auch nicht hereinholen könnte. "Der Wohnungsbau ist ein Metier, für den andere prädestinierter sind, als wir", sagte der Bürgermeister. Früher, in den 1950er und 1960er Jahren, sei so etwas noch gegangen. "Aber heute gibt es nicht mehr die Notsituation von damals."

(büba)
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