Hückeswagen Schwenkt SPD beim Haus Zach um?

Hückeswagen · Als der Stadtrat Anfang Juni 2009 den Beschluss fasste, fast 600 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II in das Projekt "Kultur-Haus Zach" zu investieren, saß die SPD mit im Boot.

Es gab zwar Enthaltungen in der SPD-Fraktion, die intern die Abstimmung frei gegeben hatte, jedoch keine Gegenstimmen.

Möglicherweise bahnt sich nun die Kehrtwende an. Diesen Schluss lassen Äußerungen von Fraktionschef Hans-Jürgen Grasemann bei der SPD-Hauptversammlung am Donnerstagabend zu.

Wörtlich sagte Grasemann: "Wir müssen hinterfragen, ob die damalige Aussage, dem Trägerverein von Haus Zach eine Chance geben zu wollen, noch aufrechterhalten werden kann."

Der Fraktionsvorsitzende verwies darauf, dass sich die Rahmenbedingungen seit dem Ratsbeschluss stark verändert hätten: 2009 war der städtische Haushalt ausgeglichen. Am Ende von 2010 werde ein Negativ-Rekorddefizit von zehn Millionen Euro stehen. Hinzu komme die demographische Entwicklung, die schon mittelfristig zu "erheblichen Leerständen in den vorhandenen Schulgebäuden der Stadt" führen werde. Derweil sei die Musikschule in Räumen der Hauptschule "ganz vorzüglich untergebracht". Was Grasemann nicht konkret aussprach, damit aber offenbar klarstellen wollte: Die Musikschule braucht die Räume im neuen Kultur-Haus aus seiner Sicht nicht wirklich. Außerdem monierte der Fraktionschef: "Die vom früheren Architekten des Vereins, Günter Blumberg, genannten Zahlen waren eine einzige Katastrophe!" Die SPD werde sich sehr genau und kritisch anhören, was der neue Architekt, Ralf Eversberg, am kommenden Dienstag im Bauausschuss zum Projekt zu sagen habe.

Mit allem Nachdruck unterstrich Grasemann: "Es wird keinen Euro über die 600 000 Euro hinaus für das Kultur-Haus geben."

(RP)