Hückeswagen: Schuppen-Streit: Mick geht auf DLRG zu

Hückeswagen : Schuppen-Streit: Mick geht auf DLRG zu

Weil die DLRG-Ortsgruppe nach dem Terrassen-Neubau der "Zornigen Ameise" nicht mehr an ihren Schuppen nebenan kommt, will sie Pächter Lorenz Mick verklagen. Der möchte nun erneut das Gespräch mit den Lebensrettern suchen.

Wenn Nachbarn sich streiten, wird häufig viel Porzellan zerschlagen. Dafür, dass es soweit nicht kommt, will Lorenz Mick sorgen. Der Pächter der Traditionsgaststätte "Zornige Ameise" kann zwar nicht nachvollziehen, dass ihm die DLRG zivilrechtliche Schritte androht. Im Gespräch mit der BM kündigte er gestern jedoch an, von sich aus noch einmal das Gespräch mit dem Vorstand suchen zu wollen. Aber auch den Bürgermeister will er einschalten.

Was ist passiert? Als Mick die neue Überdachung der Terrasse bauen ließ, wurde sie nah an einen von der DLRG genutzten Schuppen gesetzt. Ein Holzgerüst und Betonwände versperren den Lebensretten nun den Zugang zum Bootshaus, wie es auf der Jahreshauptversammlung vor eineinhalb Wochen hieß. Kanus und anderes sperriges Material könne dort nicht mehr gelagert werden.

Was die DLRG verärgert, ist, dass offenbar seit vielen Jahren, beginnend mit Friedel Kottsieper, dem Vorvorgänger Micks, ein schriftlicher Vertrag zwischen der DLRG und dem jeweiligen Pächter der "Zornigen Ameise" über das Nutzungsrecht des Bootsschuppens neben dem Gastronomiegebäude besteht. Lorenz Mick betont jedoch, dass ihm ein solcher Vertrag nicht bekannt sei. "Mit mir wurde keine Vereinbarung getroffen."

Bereits vor drei Jahren, kurz bevor der Wipperfürther das Ausflugslokal an der Bever übernahm, habe es erste Gespräche mit der DLRG wegen des Schuppens gegeben. Seitdem wurde mehrfach über den laut Mick etwa drei mal sieben Meter großen Holzanbau gesprochen. "Darin werden zwei kleine Bötchen und alte Bretter gelagert", berichtet der Pächter.

Mick ist sich sicher, dass der Schuppen sowohl baulich als auch baurechtlich nicht mehr in Ordnung sei. "Eigentlich darf die DLRG ihn nicht mehr benutzen", ist er sich sicher und verweist auf das Kreisbauamt, mit dem er selbst in der Vergangenheit des Öfteren zu tun hatte, unter anderem wegen fehlender Baugenehmigungen.

Mick versichert: "Ich möchte niemanden auf die Füße treten." Daher werde er auch weiterhin das Gespräch mit der DLRG suchen. "Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die DLRG keine Genehmigung bekommen sollte, solch einen Schuppen auf ihrem eigenen Gelände zu errichten. Und das ohne diesen riesigen Aufwand, den ich wegen der Umbauarbeiten der ,Ameise' betreiben musste."

In einem Schreiben an den Rechtsanwalt der DLRG betont Mick: "Dass diese Situation entstanden ist, beruht auf baulichen und baurechtlichen Hintergründen." Mit einem vorhergehenden Brief habe er versucht, "die anstehenden nachbarschaftlichen Belange auf eine persönliche, sinnvolle und vernünftige Art zu klären". Bevor man den Rechtsweg anstrebe, sollte man bereit sein, zuerst die anderen Möglichkeiten auszuschöpfen. "Ich bin seit der Übernahme der ,Zornigen Ameise' bereits mit genug unvorhersehbaren Problemen konfrontiert worden und kann gerne auf weitere verzichten."

Die Stadt kann in diesem Streit jedoch nicht vermitteln: "Wir sind weder Bauaufsicht, das ist der Kreis, noch Vertragspartner", sagt Bauamtsleiter Andreas Schröder. Er bezweifelt auch, dass sich das Kreisbauamt dazu äußern würde: "Das sind privatrechtliche Dinge, und dazu wird es wohl nichts sagen."

FRAGE DES TAGES SEITE C 2

(RP/rl)
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