Hückeswagen: Schulterschluss im Gleisdreieck

Hückeswagen: Schulterschluss im Gleisdreieck

Gemeinsam wollen Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen ein Gewerbegebiet entwickeln.

Ein Regierungsbezirksgrenzen überschreitendes Projekt, das die wirtschaftliche Entwicklung in allen drei Kommunen langfristig sichern helfen soll, haben die Verwaltungschefs von Hückeswagen, Remscheid und Wermelskirchen gestern bei herrlichem Frühlingswetter offiziell auf den Weg gebracht. Dietmar Persian, Burkhard Mast-Weisz und Rainer Bleek unterzeichneten im Vereinsheim des SSV Bergisch Born unweit der Balkantrasse die Absichtserklärung, im Bereich des Gleisdreiecks in Bergisch Born mit vereinten Kräften ein Gewerbegebiet zu entwickeln.

Foto: Moll Jürgen

Ziel ist es, spätestens 2022 / 2023 auf den jetzt noch landwirtschaftlich genutzten Flächen an der Stadtgrenze Gewerbe ansiedeln zu können. Die Gespräche mit den Grundstückseigentümern seien gut angelaufen, berichtete Mast-Weisz.

Ein nächster wichtiger Termin ist der Besuch bei der Regierungspräsidentin in Köln, deren Zustimmung die drei Partner brauchen. Hier hofft Remscheids Baudezernent Peter Heinze auf Wohlwollen. Dass sich benachbarte Kommunen zusammen tun, um gemeinsam Flächen zu entwickeln, werde beim Land gerne gesehen. Dass sie es sogar über die Grenzen von Regierungsbezirken hinweg tun (Remscheid gehört zum Bezirk Düsseldorf / Hückeswagen und Wermelskirchen zu Köln) mache es noch spezieller. Heinze hofft auch auf finanzielle Unterstützung aus einem Fördertopf der EU.

  • Remscheid : Schulterschluss im Gleisdreieck

Im besten Fall könnte das Gewerbegebiet 35 Hektar groß werden. Zwei Hektar davon sind für die Erschließung geplant. Sie ist vom Westen über Wermelskirchener Gebiet und von Osten über Remscheider und Hückeswagener Stadtgebiet geplant. An der Zustimmung der Wermelskirchener Seite zu dieser Erschließung war das Projekt lange gescheitert. Mit dem neuen Bürgermeister Rainer Bleek klappte die Verständigung dann besser.

Zur Vergangenheit könne er wenig sagen, sagte Bleek. Wichtig sei, dass sich für alle Beteiligten aus der Zusammenarbeit ein Vorteil ergebe. Er sprach von einer Win-Win-Situation. Sein Hückeswagener Kollege Dietmar Persian hob als Vertreter der kleinsten Kommune das konstruktive, gute Klima der bisherigen Gespräche hervor. Hier werde auf Augenhöhe verhandelt. Allen Städten sei gemeinsam, dass sie neue und attraktive Gewerbeflächen brauchten, die sie der Wirtschaft anbieten könnten.

Durch die neue Erschließungsstraße könne sich auch eine Entlastung der Verkehrssituation in Bergisch Born ergeben, sagte Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Der Verkehr nach Hückeswagen müsse dann nicht mehr durch das Nadelöhr an der B 51. Dafür sorge ein Gewerbegebiet für zusätzlichen Schwerlastverkehr gab eine Anwohnerin zu bedenken. Dies werde man bei der nun startenden Planung im Auge haben, sagte Mast-Weisz zu. Zugleich hob er aber hervor, dass die drei Städte Möglichkeiten zur Schaffung oder zum Erhalt von Arbeitsplätzen anbieten müssten. Nur durch die daraus entstehenden Einnahmen könnten die Kommunen überleben.

(hr)
Mehr von RP ONLINE