Hückeswagen: Schule wird Großbaustelle

Hückeswagen : Schule wird Großbaustelle

Mit Beginn der Sommerferien verwandelt sich die Erich Kästner Schule in eine gigantische Baustelle. Fast 2,5 Millionen Euro investiert die Stadt in die energetische Grundsanierung des alten Berufsschulgebäudes.

Renate Mohr und ihr Kollegium müssen sich auf eine schwere Zeit einrichten: Ab dem Beginn des neuen Schuljahres im August werden sie rund ein Jahr lang in einer Großbaustelle unterrichten. Denn dazu wird die Erich Kästner Schule (EKS) schon in den Sommerferien. Von Grund auf soll das alte Gebäude an der Nordstraße, früher Sitz der Berufsschule, erneuert werden. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem Brandschutz und der energetischen Sanierung, wie Dietmar Persian vom städtischen Immobilien-Management am Montagabend im Schulausschuss erläuterte.

Das letzte große Schulprojekt?

Es wird für die nächsten Jahrzehnte wohl das letzte Mal sein, dass die Stadt für eine Schule so viel Geld in die Hand nimmt. Möglich macht es auch jetzt nur das Konjunkturpaket II, also Geld vom Bund. Der Stadtrat hatte 2009 beschlossen, den gesamten Betrag aus dem Topf "Bildung" in die EKS zu stecken. Und damit in die einzige Schule in Hückeswagen, die noch steigende Schülerzahlen zu vermelden hat, seit aus der Förderschule im vorigen Jahr ein anerkanntes Kompetenzzentrum geworden ist. 950 000 Euro kommen für das Sanierungsprojekt aus dem Konjunkturpaket II, weitere 260 000 Euro aus der Schulpauschale, also aus Landesmitteln. Über 1,2 Millionen muss die Stadt als Schulträger aus dem eigenen Haushalt aufbringen, denn die Gesamtkosten werden mit 2,45 Millionen Euro veranschlagt.

Während der in drei Abschnitte eingeteilten Bauarbeiten werden sechs Klassen der EKS in Containern unterrichtet, die auf dem nahe gelegenen Hauptschulgelände an der Weststraße aufgestellt werden. "Das alles wird schon eine Herausforderung für die Lehrer und die Kinder", räumte Persian im Ausschuss ein. Dafür bekämen sie am Ende aber "eine so gut wie neue Schule". Was auch nach außen hin sichtbar wird: Die Fassade der EKS wird komplett erneuert.

Kein Geld mehr für Grundschulen

Gar kein Geld mehr investiert die Stadt in die Grundschulen an der Kölner Straße, obwohl auch dort unter anderem im Brandschutz einiges zu verbessern wäre und nach den gesetzlichen Vorgaben auch verbessert werden müsste. Aber: Derzeit weiß noch niemand, wie die Zukunft der Grundschulen in Hückeswagen aussieht. "In vier bis fünf Jahren wird es womöglich nur noch eine Grundschule in der Innenstadt geben. Da macht es keinen Sinn, jetzt Geld in ein Gebäude zu investieren, das dann womöglich aufgegeben wird", unterstrich Dietmar Persian.

Näheres zur Zukunft der Grundschulen in Hückeswagen soll die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans aufzeigen. Vor Jahresende wird sie nicht vorliegen.

(RP)
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