Hückeswagen: Schüler lernen selbstständig

Hückeswagen : Schüler lernen selbstständig

Nach zweiwöchigem Probelauf eröffnete die Realschule gestern ihr Selbstlernzentrum. In einem ehemaligen Klassenraum können Schüler selbstständig lernen und recherchieren. So will die Schule ihre Schüler weiter fördern.

Für Schulleiter Dieter Schruff ist das Selbstlernzentrum „unser neues Heiligtum“, wie er gestern in einer Feierstunde vor 25 Gästen zu verstehen gab. Für die Realschüler, die hier arbeiten werden, ist es eine weitere Möglichkeit, Wissen zu „tanken“. Bunt ist es in dem Raum: maisgelb die Wände, violett die 20 Meter Regale, grün und blau die Stühle. Damit die Schüler hier nach mathematischen Formeln, Lösungen grammatikalischer Probleme oder naturwissenschaftlichen Geheimnissen forschen können, sind neben vielen Fachbüchern und Lexika auch vier Computer mit Flachbildschirmen aufgestellt worden.

Der individuellen Förderung von Schülern, die sich neuerdings auch das Land auf die Fahnen geschrieben hat, fühlt sich die Realschule bereits seit Jahren verpflichtet. Die Hausaufgaben-Betreuung ist nur ein Beispiel dafür. Mit dem Selbstlernzentrum verbindet Schruff nun zwei wesentliche Ziele: „Wir wollen die Schüler ihren Begabungen entsprechend fördern“, betonte er.

In dem neu eingerichteten ehemaligen Klassenraum können sie alleine oder in Gruppen arbeiten, nach oder auch während des Unterrichts. Zum anderen stellt die Schule damit auch ein Tutoren-System auf die Beine, bei dem leistungsstarke Schüler leistungsschwächeren den Unterrichtsstoff vermitteln. „So stärken wir sowohl die Schwächeren als auch die Stärkeren“, argumentierte der Schulleiter.

Die Vorteile des Selbstlernzentrums erläuterte Schruff gestern den Gästen, die allesamt das neue Projekt in irgendeiner Weise gefördert hatten. Unterstützung gab es beispielsweise von Magnus Neu. Der ehemalige Schüler, der vor mehr als 45 Jahren seinen Abschluss an der Realschule machte, stiftete der Schule die Regale. Die Firma Pflitsch, mit der die Realschule kooperiert, stellte Fachlektüre und PC zur Verfügung. Und die Stadt Hückeswagen als Schulträger erfüllte der Realschule viele Wünsche, nachdem Schruff versichert hatte, „wir machen alles, was wir an Arbeit leisten können, wenn Sie uns die Materialien liefern“. Und so war es hauptsächlich Schulhausmeister Andreas Stawicki und einem Ein-Euro-Jobber überlassen, den Klassenraum umzugestalten. Hilfe gab’s darüber hinaus vom Förderverein, der Schulpflegschaft und von den Schülern selbst.

Dass sich so viele Unterstützer für das neue Projekt fanden, ist für Schruff „wie ein Lottogewinn“. Denn ohne Hilfe vor allem finanzieller Art wäre das Selbstlernzentrum immer noch ein Traum. Dietmar Persian vom Immobilienmanagement der Stadt betonte daher, wie wichtig heutzutage das Zusammenspiel von Behörden und privaten Sponsoren ist: „Das Projekt zeigt, wie Public Private Partnership funktionieren kann.“

Apropos: Was PPP exakt bedeutet, das können die Realschüler am Montag in ihrem Selbstlernzentrum recherchieren. Möglichkeiten, die Hintergründe herauszufinden, haben sie genügend.

(RP)
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