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Hückeswagen: Schönheit ist Luxus - die Stadt hat kein Geld mehr für die Grünflächen

Hückeswagen : Schönheit ist Luxus - die Stadt hat kein Geld mehr für die Grünflächen

"Traurig bis trostlos": Das ist der Eindruck, den Jörg von Polheim - und wohl nicht nur er - schon seit geraumer Zeit vom Schlosshagen, vom Stadtpark und von anderen Grün- und Freiflächen in Hückeswagen hat.

Seine offene Kritik an der aus seiner Sicht unzureichenden Pflege der städtischen Erholungsbereiche äußerte der FDP-Politiker jüngst in der Ratssitzung. Die Stadt werbe schon seit geraumer Zeit verstärkt im Tourismusbereich, tue aber auf der anderen Seite zu wenig dafür, attraktiv für auswärtige Besucher und auch für Einheimische zu bleiben beziehungsweise zu werden, monierte von Polheim.

Seine Aufforderung an die Verwaltung: "Gucken Sie intensiv, wo im städtischen Haushalt noch Mittel freigemacht werden können. Wir müssen da etwas unternehmen, um die offensichtlichen Missstände bei der Pflege unserer Grünflächen zu beseitigen." Für das Jahr 2019 müssten dringend entsprechende Haushaltsansätze gebildet werden.

Auch den Verantwortlichen im Rathaus ist bewusst, dass die Pflege städtischer Grün- und Freiflächen eher eine Mängelverwaltung ist, so wurde in der Sitzung deutlich. "Aber wir müssen abwägen zwischen dem unbedingt Notwendigen und dem Wünschenswerten", sagte Bürgermeister Dietmar Persian mit Blick darauf, dass die Stadt weiterhin im Haushaltssicherungskonzept ist und damit stark eingeschränkt bei den freiwilligen Auf- und Ausgaben. Über Jahre hinweg war es das erklärte politische Ziel, die Ausgaben für den gemeinsamen Bauhof mit Wipperfürth zu senken. Jetzt fehlen die personellen Kapazitäten - auch für die Grünpflege in städtischen Anlagen, die mit zu den originären Aufgaben des Bauhofs gehört.

Auch Kämmerin Isabel Bever unterstrich, dass es ausgesprochen schwierig sei, mehr Geld für die Pflege der Frei- und Erholungsflächen einzuplanen: "Wir leiden unter steigenden Standards, die gesetzlich vorgeschrieben werden und deren Erfüllung viel Geld kostet. Wir müssen da Prioritäten setzen, und das engt uns enorm ein bei der Haushaltsgestaltung."

Das Fazit der Debatte zog der Bürgermeister: "Wir sind einfach weiterhin gezwungen, den Fuß auf der Bremse zu halten!"

(bn)