Rückblende Hückeswagen Vor 10 Jahren: Schloss-Stadt gewinnt den WDR 2-Tag

Rückblende Hückeswagen Vor 10 Jahren: Schloss-Stadt gewinnt den WDR 2-Tag

Kaum zu glauben, aber war: Dass Hückeswagen die Ausrichtungspremiere des WDR 2-Tags gewann, ist dieser Tage bereits zehn Jahre her. Dass es dazu überhaupt kam, war an Dramatik nicht zu überbieten. Denn die Stadt musste in die "Verlängerung".

Hückeswagen Wenn der Begriff "bewegte Zeiten" wirklich einmal zutrifft, dann für die denkwürdigen Tage im März 2008. Seit Anfang des Monats gab es kaum noch ein anderes Gesprächsthema in der Schloss-Stadt, war sie doch bei der Premiere des Radio-Wettbewerbs "WDR 2 für eine Stadt" ins Finale einzogen. Hückeswagen befand sich unter den zehn Städten, die im Internet - auf die Einwohnerzahl gesehen - am meisten angeklickt worden waren. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass der Radiosender am 11. März über die Bemühungen der Einwohner berichten würde, den Wettbewerb zu gewinnen.

Gespannt fieberten die Hückeswagener dem Tag entgegen. Doch was dann geschehen sollte, ist mit dem Wort "Krimi" fast noch untertrieben.

Der Reihe nach: Einmal im Jahr verspricht der Radiosender WDR 2 seither einer Stadt in NRW ein großes Event. Herzstück war ein Open-Air-Konzert mit einer bekannten Band - für 2008 wurde BAP angekündigt - und die Produktion von beliebten Radiosendungen vor Ort. 2008 das erste Mal. Um Ausrichter werden zu können, mussten sich die Städte in einer Vorrunde und an einem Finaltag qualifizieren.

Foto: Dörner Hans

Dass das erste Hindernis überwunden werden konnte, daran hatte die Bergische Morgenpost mit der Aktion "Wir klicken Hückeswagen" entscheidenden Anteil. Durch die Aufrufe verschiedener Hückeswagener in der BM gelang es, genügend Teilnehmer zu aktivieren, die wiederum Werbung für die Aktion machten. So kam Hückeswagen unter die letzten Zehn.

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Am Finaltag des 11. März dann begann das große Drama: Die Bürger sollten in der Stadt der Tuchweber spontan ein Riesen-Tuch zusammennähen und so die ersten fünf von möglichen 15 Punkten einfahren. Es gelang, und auf dem Etapler Platz wurde das Gemeinschaftswerk entrollt. Es folgte der Auftritt des damaligen Bürgermeisters Uwe Ufer: Seine Aufgabe war es, zehn Fehler zu finden, die in einem Stadtporträt versteckt waren. Neun fand er, der zehnte Punkt wurde dann zum Zankapfel. Ufer wähnte den Trabi-Club, der den letzten Trabi besaß, in Sachsen, während der WDR darauf hinauswollte, dass es auch in Hückeswagen einen Trabi-Club gebe. Beide Seiten interpretierten die Antwort Ufers entsprechend und sahen sich im Recht.

Zunächst sträubte sich der WDR, den notwendigen 15. Punkt zu vergeben, um in ein Stechen mit drei weiteren Städten zu kommen. Doch sie hatten nicht mit Monika Winter gerechnet. Aufgrund der energischen Vorsprache der Bürgermeister-Sekretärin beim Radiosender bekam Ufer nochmal eine Chance. Am folgenden Samstagmorgen musste er drei Zusatzfragen richtig beantworten, und das gelang ihm tatsächlich. Der 15. Punkt fürs Stechen war erreicht.

Am 15. März 2008 galt es dann erneut - der Bürgermeister musste sich dieses Mal am Radio im Stechen einem weiteren Quiz in drei Runden stellen. In der ersten Runde wurde Attendorn besiegt, in Runde 2 Beckum. Als dann sein Finalgegner aus Lippstadt die entscheidende Frage falsch beantwortete, brachen im Rathaus alle Dämme: Hückeswagen erhielt die Zusage als Gastgeber für den WDR 2-Tag am 24. Mai 2008. Am Abend des 15. März hingegen wurde spontan auf dem Schlosshof gefeiert - Monika Winter hatte die Hückeswagener, im Feuerwehrwagen sitzend, mit dem Megafon informiert.

(nob)