Hückeswagen: Schade, schade, schade!

Hückeswagen : Schade, schade, schade!

Erst überrascht Hückeswagen mit der Bewerbung zum NRW- Tag – nun mit der Absage. Sie ist derzeit Gesprächsthema Nummer eins bei den Bürgern der Stadt. Die Stimmungen reichen von Verständnis bis Traurigkeit.

Erst überrascht Hückeswagen mit der Bewerbung zum NRW- Tag — nun mit der Absage. Sie ist derzeit Gesprächsthema Nummer eins bei den Bürgern der Stadt. Die Stimmungen reichen von Verständnis bis Traurigkeit.

Der Bürgermeister hat die Bewerbung für den NRW-Tag 2013 zurückgezogen. Damit wird der "Landesgeburtstag" im kommenden Jahr voraussichtlich komplett ausfallen. "Schade, schade, schade", sagt Einzelhändler Uwe Heinhaus. Er denkt dabei vor allem an den Nutzen, den der Tag für die Region gehabt hätte. Viele Besucher des NRW-Tages wären mit Sicherheit später noch mal wiedergekommen, ist sich Heinhaus sicher. Der Spielwarenhändler ist überzeugt, dass es große Mühe gekostet hätte, diese Großveranstaltung zu stemmen — "aber wenn alle mitgezogen hätten, wäre es möglich gewesen", ist er überzeugt.

Hans und Lydia Ferber hingegen hatten von vorneherein Bedenken: "Die vielen Leute hätten zu viel kaputt gemacht", ist sich das Ehepaar sicher. "Wahrscheinlich hat man bei der Bewerbung auch gar nicht mit einer Zusage gerechnet und wollte nur mitmischen", vermuten die pensionierten Geschäftsleute.

Eine Frage der Vernunft

Bereits am Freitagabend war die Absage ein Thema auch beim Skat-Abend von Wilhelm Knautz, Charly Krüger, Winfried Michel und Friedhelm Kriener. Sie waren sich einig: "Das ist vernünftig. Eine Kleinstadt kann sich so etwas nicht erlauben, auch nicht finanziell."

Volker Peppinghaus hingegen sieht die Sache aus einer ganz anderen Perspektive. Als Rollstuhlfahrer hatte er Bedenken. "Hückeswagen ist keine Vorzeigestadt für Rollstuhlfahrer", sagt Peppinghaus. Schon beim Altstadtfest sei es schwierig, mit dem Rollstuhl durch die Menschenmengen, über das Kopfsteinpflaster und die quer über die Straße verlegten Wasserschläuche zu kommen. "Zum NRW-Tag wäre ich wohl nicht gefahren", sagt der 43-Jährige.

Für die Hoteliers und Gastronomen wäre die Veranstaltung hingegen ein gutes Zusatzgeschäft gewesen. Im Hotel zur Post hatte der Landessportverband für diese Tage bereits vier Zimmer gebucht. "Die werde ich jetzt wohl streichen können", sagt Inhaberin Christiane Koppelberg. Ein genaues Konzept für das Wochenende habe der Betrieb jedoch noch nicht gehabt.

Vanessa Krägenbrink hörte am Samstagmorgen zum ersten Mal von der Absage. "Das überrascht mich jetzt", sagte die 23-Jährige ein wenig sprachlos. Christel Buck erfuhr aus den Nachrichten im Radio von der Entscheidung des Bürgermeisters und bedauert die Absage. "Gerade jetzt, wo wir im Aufwind sind und alle bewundern, was Hückeswagen auf die Beine stellt", sagt die 61-jährige Hückeswagenerin.

Dennoch hat sie auch Verständnis für die Entscheidung: "Die Sicherheit geht vor, und der NRW-Tag ist nicht mit dem WDR 2-Tag vor vier Jahren zu vergleichen. "So viele Leute sind schon eine Herausforderung."

(heka)
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