Hückeswagen: SC Heide feiert Aufstieg in die Kreisliga B

Hückeswagen: SC Heide feiert Aufstieg in die Kreisliga B

Durch den 5:2-Sieg beim 1. FC Klausen am Sonntag steht fest: Der SC Heide schafft es gleich in seiner ersten Saison eine Klasse höher. Direkt nach Schlusspfiff wurde gefeiert, später ging's gemeinsam mit den Fans an der Schnabelsmühle hoch her.

Als Daniel Liersch in der 75. Minute das 5:1 für den SC Heide erzielte, machten sich die Auswechselspieler auf in die Kabine. Zurück kamen sie mit mehreren Sektflaschen. Als der Schiedsrichter das Spiel später abpfiff - die Klausener Gastgeber hatten noch auf 2:5 verkürzt -, stürmten die Jungs den Platz mit den inzwischen "geköpften" Sektflaschen und feierten mit den elf Spielern, die auf dem regendurchweichten und daher matschigen Aschenplatz die letzten drei Punkte für den sicheren Aufstieg geholt hatten. Vor und in der Kabine ging die Hückeswagener Party weiter. Sogar der Schiedsrichter machte mit: "Er hat uns seine Gelbe und Rote Karte - unterschrieben und mit dem Spielergebnis versehen - geschenkt. Die haben wir schon eingerahmt", berichtet Stürmer und Vorsitzender Kevin Zrock am Tag danach im Gespräch mit unserer Redaktion. Der vorabendliche Partymarathon hat hörbar seine Spuren hinterlassen.

Mancher mag ihn im Juli 2017 belächelt haben angesichts seiner selbstbewussten Äußerung, direkt im ersten Jahr als richtiger Verein den Aufstieg anpeilen zu wollen. Doch Zrock und seine Fußballfreunde haben vom ersten Spieltag an keinen Zweifel aufkommen lassen, dass es ihnen ernst war mit der Vorgabe, die Kreisliga C nur als Durchgangsstation nutzen zu wollen. Von 26 Spielen gewann der SC Heide 22, spielte drei Mal unentschieden und verlor bislang nur ein einziges Mal. Und weil unter den vier besten Torschützen der Liga mit Daniel Becker (40 Treffer), Kevin Zrock (26) und Mats-Ole Sperling (23) gleich drei Hückeswagener sind, verwundert auch die Torbilanz von 127:36 eher nicht.

Als 2012 in Hückeswagen die Ortseingangsschilder wegen des Namenszusatzes "Schloss-Stadt" ausgetauscht wurden, organisierte der Sohn einer Verwaltungsmitarbeiterin das Schild der Außenortschaft Heide. Das diente ihm und seinen Kumpels - auf Bierkästen gelegt - bei "Rock am Ring" 2013 als Tisch. Noch auf dem Zeltplatz am Nürburgring wurde aus einer Bierlaune heraus der SC Heide gegründet, aus dem im Dezember 2016 ein eingetragener Verein wurde. Seit August tritt er in der Kreisliga C des Kreises Remscheid an.

Nachdem ein Klausener per Eigentor, Alexander Lesnik, Mats-Ole Sperling, Robin Hausmann und Daniel Liersch für den Sieg zum Aufstieg gesorgt hatten und die Spieler dann doch einmal geduscht waren, ging es am Sonntagabend laut Zrock im Autokorso zum Sportplatz Schnabelsmühle, wo die Mannschaft von etwa 50 Fans erwartet wurde. Dort ging die Aufstiegsfeier noch lange weiter.

"Wir wussten, dass wir Qualität haben", sagt der Vorsitzende. Daher sei es nicht unrealistisch gewesen, den Aufstieg als Saisonziel auszugeben. "Wir hätten aber nicht gedacht, dass die Kreisliga C spielerisch so stark ist." Ausschlaggebend für den Erfolg war letztlich, dass der SC Heide seine Mitkonkurrenten alle besiegte und sich gegen die Mannschaften vom Tabellenende keine Blöße gab. Die anderen Spitzenteams ließen dort auch schon mal Punkte liegen.

Für die nächste Saison in der B-Klasse ist zwar vorerst "nur" ein oberer Tabellenplatz angepeilt. "Aber wir gucken mal, was machbar ist", sagt Zrock, der wohl doch weitere Ambitionen im Blick hat. Möglich machen sollen das neben dem Kern der jetzigen Mannschaft zwei, drei weitere gute Spieler. "Mit denen haben wir schon früher gespielt. Die wollten aber erstmal gucken, ob wir das als Verein tatsächlich durchziehen", sagt Zrock. Auch Trainer Norman Kirschsieper wird für mindestens eine weitere Saison bleiben. Zwei oder drei Spieler werden den SC Heide dagegen verlassen. "Die Leistungsträger bleiben aber", versichert der Vorsitzende.

Der würde sich für die nächste Spielzeit vor allem auf ein Derby mit dem RSV 09 Hückeswagen freuen, der sein Team vor eineinhalb Wochen aus der Kreisliga A zurückgezogen hatte (die BM berichtete). Zrock: "Ich hoffe, dass der RSV wieder eine Mannschaft zusammenkriegt." Denn zwei Spiele gegen den Traditionsclub aus der Schloss-Stadt, "das wäre schon cool".

(büba)