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Hückeswagen: Sägen für ein modernes Johannesstift

Hückeswagen : Sägen für ein modernes Johannesstift

Der Umbau des "Hauses am Buschweg" des Altenzentrums Johannesstift geht zügig voran. Der größte Teil der Abbrucharbeiten sind beendet, die ersten Zimmerwände in der vierten Etage wurden bereits gesetzt.

Im ersten Obergeschoss klafft ein riesiges Loch. An den Seitenwänden kleben noch Fliesen. Sie sind ein Indiz dafür, dass hier einmal das hauseigene Schwimmbad untergebracht war. Und beim Blick in die darunter liegende Etage wird deutlich, dass das Becken im Raum "geschwebt" hatte. Mit hüfthohen Trennscheiben wurde das Becken aus dem Raum geschnitten. Das muss ordentlich Krach gemacht haben. "Wir hatten Sorge, dass die Sägearbeiten den Alltag unserer Bewohner stark stören würden", berichtet Matthias Rath, der Leiter des Johannesstifts. Doch es sei bei weitem nicht so laut gewesen, "auch wenn's manchmal ganz schön gerummst hat".

Wo einst Heimbewohner und auswärtige Badegäste ihre Bahnen zogen, entsteht in den nächsten Monaten das Haus-Restaurant. Auch der Kiosk und ein Tante-Emma-Laden sollen in diesem Bereich untergebracht werden. Das Schwimmbad fällt dem Umbau zum Opfer, weil es zuletzt von den Heimbewohnern kaum noch genutzt worden war und zudem für hohe Energiekosten gesorgt hatte.

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist das frühere Krankenhaus ein Altenheim. Das aber genügt nicht mehr den baulichen Anforderungen, die man heute an ein modernes Altenzentrum stellt. Daher hat sich der Träger des Hauses, die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH, für den Umbau entschieden. Allein für den ersten Bauabschnitt werden knapp sechs Millionen Euro investiert, für die beiden anschließenden kommen weitere Millionen hinzu.

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Durch den Umbau entstehen im "Haus am Buschweg" neben der dann neu eingerichteten Tagespflege mit 13 Plätzen sechs Wohngruppen, in denen Senioren mit unterschiedlichen Alterskrankheiten, insbesondere mit Demenz, leben sollen. Jede Gruppe verfügt dann über Einzelzimmer mit Bad, einen Aufenthaltsraum mit Wohnküchen-Charakter und einen Pflegestützpunkt. 80 Bewohner sollen dort nach dem Umbau ein neues Zuhause finden, 65 nach Ende der Arbeiten 2015 im "Haus am Park". Das sind zusammen 145 Bewohner – zurzeit können fast 200 aufgenommen werden, betreut werden im Stift aber nur 150.

Das ist nicht zuletzt der Gesetzgebung geschuldet, müssen doch ab Mitte 2018 die Altenheime mindestens 80 Prozent Einzelzimmer aufweisen. "Zudem haben sich die ganz großen Einrichtungen überlebt", betont Rath.

Die Bewohner kümmert der Lärm und der Schmutz nur wenig. "Die sind froh, dass endlich 'was passiert", berichtet Pflegedienstleiterin Georgina Kovacs. Und viele wüssten: "Wo gebaut wird, ist es laut." Natürlich hätten sich manche auch erschreckt, wenn's dann mal heftiger schepperte. Aber niemand sei dadurch unruhig geworden. Einige Bewohner haben sich sogar schon auf der Baustelle umgesehen. "Sie sind sehr neugierig und wollen wissen, wie die Zimmer einmal aussehen", sagt Georgina Kovacs.

Auf eine neue Situation einstellen musste sich auch die Heimleitung. Denn neben dem Foyer wurde auch ihr Bereich für die Umbauarbeiten gesperrt. Daher musste sie umziehen. "Das hat aber auch einen Vorteil", versichert Matthias Rath. "Wir sind jetzt alle nah beieinander. Vorher waren wir doch etwas über das Gebäude verstreut."

Wie Architekt Frank Bitting ist auch der Heimleiter mit dem bisherigen Verlauf der Bauarbeiten zufrieden.

(RP)