Kommentar: Sabelek allein auf weiter Flur

Kommentar : Sabelek allein auf weiter Flur

Keine Frage: Die Grünen haben ihre Stammwählerschaft in Hückeswagen. Dafür haben vor mehr als 20 Jahren Annetraut Hohmeister, Wolfgang Heer, Alfons Herweg und andere gesorgt. Sie waren so etwas wie die "Realos" der Anfangszeit, die damals frischen Wind in vor Ort stark verkrustete politische Strukturen und in den Stadtrat brachten, dabei das Machbare im Auge behielten und letztlich viel in Gang setzten und bewegten.

Davon zehrt die Partei bis heute. Aber sie sollte sich nicht allzu fest auf vor Jahrzehnten gewonnene Stammwähler verlassen. Heute präsentieren sich die Grünen nicht mehr als Mannschaft, sondern als "Ein-Mann-Show". Egbert Sabelek soll's richten. Tut er ja auch irgendwie, aufrichtig und sympathischerweise frei von persönlichen Eitelkeiten. Aber eben allein. So etwas wie grüne Basisarbeit findet nicht mehr statt. Wann die letzte öffentliche Versammlung der Grünen war – gab's überhaupt eine seit der Wahl 2004 ? – ist nicht erinnerlich. Und so ist die Panne mit den nicht mehr einzuholenden Bewerber-Unterschriften zur Kommunalwahl letztlich symptomatisch: Ersatzspieler können eben nicht nur nicht eingewechselt werden, weil Fristen verstrichen sind. Es ist überdies so, dass auf der Reservebank schlicht keiner mehr sitzt. Die Grünen haben ein ernstes, über die Wahl hinausgehendes Personalproblem. Das heißt nicht Egbert Sabelek. Es ist namenlos. Hinter und neben Sabelek gibt's niemanden mehr, der erkennbar für grüne Politik in Hückeswagen steht.

(RP)
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