Hückeswagen: Riesenbärenklau bleibt ein giftiges Problem

Hückeswagen : Riesenbärenklau bleibt ein giftiges Problem

Die Pflanze breitet sich immer weiter aus. Um sie loszuwerden, muss die Wurzelknolle ausgegraben werden. Die Mitarbeiter des Bauhofs beseitigten den Riesenbärenklau, wenn sie ihn im Stadtgebiet entdecken.

Verbrennungen zweiten Grades kann der Riesenbärenklau verursachen. Die Pflanze, die auch Herkulesstaude genannt wird, ist also ziemlich gefährlich. Das Problem: Sie ist nicht nur giftig, sondern auch sehr produktiv, denn eine Staude kann bis zu 100.000 Samen produzieren. Selbst bei Windstille fliegen sie bis zu drei Meter weit. Kein Wunder also, dass sich der Riesenbärenklau auch in Hückeswagen immer weiter ausbreitet. Die Biologische Station Oberberg (BSO) versucht nun, die Pflanze mithilfe von Weidetieren zu beseitigen.

Besonders oft ist die Staude an Gewässern wie der Wupper oder dem Beverteich vertreten. Dorthin gelangen die Samen über das Wasser. Zu finden ist der Riesenbärenklau aber auch an Bahnlinien, Straßen- und Wegrändern und auf Brachflächen - Winddrift, Autoreifen oder Erdtransporte sorgen für den unfreiwilligen Samentransport. Bis zu 15 Jahre können die Samen in der Erde liegen und sind immer noch funktionsfähig.

In Hückeswagen kommt die Herkulesstaude am Beverteich und in vielen Tälern oft vor. "Wir versuchen, sie zu verdrängen, indem wir sie ausstechen", sagt Christoph Weitkemper, wissenschaftlicher Mitarbeiter der BSO. "Wir kommen aber an unsere Kapazitätsgrenze."

Die Biologische Station ist nur für die Naturschutzgebiete zuständig, die anderen Standorte sind Sache der Stadt. Die hat aber keinen Überblick, in welchen Bereichen der Riesenbärenklau wuchert. "Es haben sich noch keine Bürger mit dem Hinweis auf einen Standort mit viel Riesenbärenklau gemeldet", sagt Bauamtsleiter Andreas Schröder. "Wenn der Bauhof aber eine Staude sieht, dann beseitigt er die auch."

Im Ruhrgebiet werden Rinder und Schafe eingesetzt, um die Pflanze zurückzudrängen - sie beißen im Frühjahr die frischen Triebe ab. Die BSO versucht es im Oberbergischen nun auf dem gleichen Weg. Viele Täler in Hückeswagen haben Weitkemper und sein Team mit Schafen beweidet. "Aber nicht alle Rassen können die Pflanze vertragen. Einige reagieren empfindlich auf den giftigen Saft", sagt er. Alle Pflanzenteile der Herkulesstaude sind problematisch. "Der giftige Saft führt mit Sonnenlicht zu Hautverbrennungen und Blasenbildung", warnt Weitkemper. "Die Schäden treten ein bis zwei Tage später auf, und so wird die Pflanze meist nicht als Ursache erkannt." Jahre später könne die Haut dann noch empfindlich sein.

Auch die Natur wird von der Pflanze beeinträchtigt: Mit ihren bis zu zwei Meter langen und 30 Zentimeter breiten Blättern sorgt sie für so viel Schatten, dass heimische Pflanzen verdrängt werden. Dadurch finden heimische Tiere weniger Futterquellen. "Ich würde das aber nicht dramatisieren", sagt der Naturschützer. Es gebe ein paar Flächen, wo das so sei. "Aber der Riesenbärenklau ist auch eine gute Pflanze für Bienen und bietet Insekten ein reichhaltiges Angebot."

Die effektivste Methode, die Staude loszuwerden, ist das Ausgraben oder Ausstechen. Das muss im April oder Mai passieren. "Bevor sie blüht", sagt Weitkemper. "Die Rübe sticht man mit dem Spaten auf, und dann zieht man den oberen Teil raus." Die Wurzelknolle und die Staude sollten am besten im Restmüll entsorgt oder verbrannt werden. Weitkemper: "Wer die Pflanze beseitigen will, sollte den Körper mit Kleidung bedecken, damit nicht Pflanzensaftspritzer auf die Haut gelangen."

(eler)
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