Hückeswagen Rechts und Links auf dem Podium

Hückeswagen · Nicht der Meinungsstreit um politische Inhalte stand im Vordergrund, sondern eine ideologische Grundsatz-Streitfrage: Dürfen ein Rechts- und ein Linkspopulist gemeinsam mit Kandidaten der demokratischen Mitte gemeinsam auf einem Podium sitzen und im Vorfeld der Landtagswahl ihre politische Propaganda betreiben?

Die Kolpingsfamilie als Veranstalter hatte die Frage im Vorfeld für sich entschieden: Sie dürfen. Und sie hatte folglich zur Podiumsdiskussion am Mittwochabend im Kolpinghaus alle sieben Kandidaten eingeladen, die zur Landtagswahl in Oberberg-Nord angetreten sind.

Unterm Strich hatte das drei Folgen: Erstens einen über Erwarten voll besetzten Saal (es mussten Stühle nachträglich aufgestellt werden). Zweitens demonstrative Auszüge mehrere Zuhörer aus dem Saal als Protest gegen den Auftritt des Radevormwalders Udo Schäfer von Pro NRW.

Und drittens ein "Schrumpfpodium", auf dem am Ende nur noch Peter Biesenbach (CDU), Kai Emde (FDP), Felix Staratschek (ÖDP) und eben Udo Schäfer saßen. Da Startaschek und Udo Schäfer fortan nichts von Belang mehr sagten, beantworteten im Wesentlichen Biesenbach und Emde Fragen aus dem Publikum.

Kontroverse kam zwischen dem CDU- und dem FDP-Mann naturgemäß nicht auf. Erwartungsgemäß vertraten beide die bekannten Positionen "ihrer" Regierungskoalition in NRW und bescheinigten dem jeweils anderen bzw. dessen Partei, Wunschpartner auch einer neuen Koalition im Lande zu sein.

Auch Fragen aus dem Publikum waren nicht geeignet, auch nur einen Hauch von Leidenschaft in die politische Diskussion zu bringen, mit deren Leitung Kolpingbruder Thorsten Breitkopf als Moderator auch deswegen leichtes Spiel hatte. Es gab einfach nichts zu moderieren.

Biesenbach und Emde schlugen sich tapfer, Felix Startschek konzentrierte sich uinhaltlich darauf, der Korruption in unterschiedlichen Zusammenhängen den Kampf anzusagen, und Udo Schäfer blieb gänzlich blass und ohne politische Aussage. Sein einziger redebeitrag nach der Eingangsvorstellung aller Kandidtane beschränkte sich im Zusammenhang mit einer Frage tzue Schul- und Bildungspolitik auf den Satz: "Wir wollen ein Ende der ständigen reformen. Die sind alle leid."

Grünen-Kandidat Konrad Gerards war wegen der Anwesenheit Schäfer gar nicht erst aufs Podium gestiegen. SPD-kandidat Thorsten Konzelmann verließ es aus gleichem Grund unmittelar nach der ersten Vostellungsrunde, Axel Hofmann (Die Linke) tat's ihm nach. Mehrere Zuhörer folgten dem Beispiel der Politiker. Und als am Ende auch die anderen gingen, war wohl kaum einer schlauer als zuvor.

(RP)