Hückeswagen: Realschulleiterin sauer über "falsche Aussagen"

Hückeswagen: Realschulleiterin sauer über "falsche Aussagen"

Christiane Klur nimmt Stellung zu Äußerungen der Politik in der Sondersitzung des Rats von Donnerstag.

Als Grünen-Fraktionschef Egbert Sabelek in seiner Stellungnahme den Ratsbeschluss der Mehrheit vom 28. November verteidigte, war die Hutschnur bei Christiane Klur endgültig gerissen. Schon zuvor hatte sie auf ihrem Zuschauersitz mehrfach leise ihren Unmut geäußert, jetzt aber wollte sie den laut machen. Ihre Anfrage bei Bürgermeister Dietmar Persian lehnte dieser aber ab, da Zuschauer bei Rats- und Ausschusssitzungen kein Rederecht haben. Nur zur Einwohnerfragestunde zu Beginn dürfen sie das Wort ergreifen. Jetzt hat Klur ihrer Verärgerung über "mehrere, meiner Auffassung nach falschen Aussagen" in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden Luft gemacht.

So habe SPD-Ratsherr Winfried Boldt der Bürgerinitiative "Vernunft acht Schule", die sich gegen den Schul-Tausch wehrt und einen Bürgerentscheid erreicht hat, eine manipulative Falschinformation der Hückeswagener unterstellt, dass die Aussage getätigt worden sei, dass Schulformen zusammengelegt würden. "Diese Aussage ist von der Hückeswagener SPD in Umlauf gebracht worden", betont Klur. Das habe zu einer Verunsicherung von Eltern - etwa in Elterngesprächen an der Realschule - geführt, so dass Schulleitungen und Verwaltung zusammen eine Pressemitteilung zur Klarstellung erstellten.

Ein weiteres Argument der SPD seien die kurzen bzw. kürzeren Wege vom Standort der Montanusschule zur Turn- und Schwimmhalle, schreibt die Realschulleiterin. "Der Laufweg von unserer Schule zur kleinen Turnhalle beträgt eine Minute, der Laufweg zur Mehrzweckhalle und zum Schwimmbad beträgt unter fünf Minuten", berichtet Klur. Der Laufweg von der Montanusschule zu ihrer Turnhalle beträgt geschätzt eine Minute, zur Schwimmhalle geschätzt 20 Minuten zu Fuß.

Grünen-Fraktionschef Sabelek habe ihr in der Sondersitzung am vorigen Donnerstag die Aussage in den Mund gelegt, dass sie als Leiterin der Realschule einen Umbau im laufenden Betrieb für nicht möglich hielte, eine Sanierung im laufenden Umbau durchaus. Klur: "Die Aussagen, dass ein Umbau im laufenden Betrieb durchgeführt werden muss, kamen vom Planungsbüro Zacharias und wurde mit der zeitlichen Enge bis 2021 begründet." Die damaligen Planungen seien von Herrn Pauls (Mitarbeiter des Planungsbüros; Anm. d. Red.) so dargestellt worden, dass jeweils bis zu 30 Prozent des Gebäudes nicht zur Verfügung stünden. "Somit - das war und ist meine Aussage - ist ein ordnungsgemäßer Unterricht nicht mehr möglich", betont die Schulleiterin.

In den vergangenen Jahren sei eine Vielzahl an Reparatur- und Sanierungsarbeiten an der Realschule durchgeführt worden, etwa die gesamte Brandschutzerneuerung des Gebäudes. "Dies ist immer in Absprache mit der Schulleitung mit minimalen Beeinträchtigungen von Unterricht durchgeführt worden", berichtet Klur. Zu keinem Zeitpunkt sei seitens der Verantwortlichen eine Aussage getätigt worden, dass energetische Sanierungsmaßnahmen im laufenden Betrieb durchgeführt werden müssen. "Geschweige denn, wie Herr Sabelek beschrieben hat, in den nächsten 18 Monaten." Dies sei eine Idee einiger Kommunalpolitiker und entspreche nicht den Tatsachen.

Christiane Klur betont, dass eine eingeforderte vertrauensvolle Zusammenarbeit nur dann funktionieren könne, wenn Vertrauen von beiden Seiten existiere. "Das war in der Sitzung weniger mein Eindruck."

(büba)