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Rat der Stadt Hückeswagen beschließt den Bau der Mehrweckhalle im Brunsbachtal

Rückblende : Rat der Stadt beschließt den Bau der Mehrweckhalle im Brunsbachtal

Ohne die Mehrzweckhalle im Brunsbachtal wären der Sportbetrieb im heutigen Umfang, aber auch so manche Festivität, undenkbar.

Was wäre Deutschland ohne seine DIN-Normen? Gäbe es sie nicht, wäre dem Leser der Bergischen Morgenpost im Mai 1974 für immer verborgen geblieben, dass die geplante Mehrzweckhalle im Brunsbachtal nach „DIN 18 032“ gebaut werden würde. Tatsächlich hatte das städtische Bauamt genau dieses in einer Ratssitzung am 27. Mai 1974 so verlautbaren lassen. Damit war gemeint, dass die Halle eine Dreifach-Turnhalle werden sollte. Jeder der drei Teilbereiche hatte eine Fläche von 30 x 15 Metern, was bei einer Entfernung der Trennwände eine Gesamtfläche von 30 x 45 Meter ergab. Jeder Bereich bekam zudem eigene Umkleide- und Sanitäreinrichtungen. Die Sache mit der DIN-Norm ist tatsächlich noch viel komplizierter, da diese sich in sechs Abschnitte unterteilt. In einem wird unter anderem das „Abprallverhalten von standardisierten Bällen“ thematisiert.

Diese kleine Randnotiz, die so auch von Loriot hätte erdacht werden können, tat aber ansonsten der Ernsthaftigkeit an diesem Tag keinen Abbruch. Der Rat beschloss, die Finanzierung und Bauleitung der „Gesellschaft für kommunale Anlagen (GKA)“ zu übertragen. Zum Zeitpunkt des Beschlusses hatte der Regierungspräsident der Stadt bereits eine Bereitstellung von Zuschüssen in Höhe von 660.000 D-Mark in Aussicht gestellt. Darüber hinaus erwartete man weitere 150.000 DM aus Sportmitteln des Landes. Bis Mitte Juni 1974 hatten die interessierten Firmen Zeit, ihre Angebote abzugeben. Mit in die Planung einbezogen werden sollte auch eine Tribünenkapazität von 450 bis 600 Sitzplätzen.

Ganz so schnell ging es dann aber doch nicht, denn Planungen und Bau zogen sich über vier Jahre hin, was für damalige Verhältnisse eine relativ lange Zeit war. Die Einweihung der Halle fand am 17. Dezember 1978 statt. Zwar gab es einen schönen Festakt mit Ansprachen, sportlichen Darbietungen und einem Fußballspiel zwischen Rat gegen Verwaltung. Doch die Bürger fieberten an diesem Tag einem anderen Ereignis in der Sporthalle entgegen, das für den Nachmittag angesetzt war. Es war der Stadt gelungen, den Handball-Europacupsieger VfL Gummersbach für ein nachmittägliches Freundschaftsspiel gegen den ATV Hückeswagen zu verpflichten. Die kamen natürlich nicht umsonst und so flossen 2000 DM der Einnahmen durch Ticketverkäufe in die Kassen des großen Vereins der neuen Kreisstadt.

Mindestens ebenso wichtig war für die Stadt ein Erfolg, der im Nachgang zur Eröffnung erzielt werden konnte. Im Januar 1979 bewarb man sich erfolgreich für die Austragung der Westdeutschen Junioren-Meisterschaft im Volleyball, was von der Bergischen Morgenpost als sportliche Sensation gefeiert wurde. Diese wurden am 19. und 20. Mai 1979 ausgetragen. Es folgten dann sogar die Deutschen Meisterschaften am 23. und 24. Juni 1979. Einige Protagonisten sahen sich schon auf dem Weg zu einer großen Sportstadt, doch die Realität holte sie irgendwann wieder ein.

Geblieben ist aber eine Mehrzweckhalle, ohne die der Sportbetrieb im heutigen Umfang, aber auch so manche Festivität, undenkbar wären. NORBERT BANGERT