Hückeswagen: Randale vorm Schützen-Festzelt - wer war schuld?

Hückeswagen: Randale vorm Schützen-Festzelt - wer war schuld?

Nach einem insgesamt schönen Schützenfest-Sonntag war es im vorigen Juli spät in der Nacht zu einem Tumult im Umfeld des Festzeltes im Zentrum gekommen. Jugendliche und junge Erwachsene gerieten in Streit, es kam zur Schlägerei.

Vor dem Amtsgericht in Wipperfürth mussten sich deswegen jetzt ein 17-Jähriger und zwei mit ihm befreundete 18-Jährige verantworten. Die Anklage warf ihnen und einem weiteren jungen Mann, der allerdings gar nicht erst zur Hauptverhandlung erschienen war, gemeinschaftlich begangene Körperverletzung und Bedrohung vor. Was genau geschehen war, war am ersten Prozesstag nicht zu klären. Die Verhandlung wird nun im März fortgesetzt. Dazu wird dann auch der vierte Angeklagte erneut geladen, denn auf seine Aussage dürfte es ankommen.

Klar wurde schon am ersten Verhandlungstag, dass letztlich eine Lappalie Auslöser der Randale am Festzelt gewesen war: Ein paar junge Leute hatten gegen 2 Uhr ein Taxi bestellt, ein älterer Gast im Zelt ebenfalls, weil er nach der fröhlichen Feier nach Hause gefahren werden wollte. Ein Taxi fuhr dann auch vor, es kam zum Streit zwischen den Jugendlichen und dem älteren Mann, wer nun einsteigen dürfe. Das beobachteten drei junge Männer, die gerade das Zelt verlassen hatten. Für sie stellte sich die Sache so dar, dass die Jugendlichen den älteren Mann bedrohten. Sie wollten ihm zur Hilfe eilen und schlichten.

Stattdessen gerieten die drei zwischen die Fronten. Einer von ihnen - ein Polizeibeamter, der privat und mit Freunden im Zelt gefeiert hatte - bekam einen Schlag gegen die Schläfe und ging zu Boden. Sein Freund, ein 22-jähriger Student, und dessen Bruder wurde niedergerungen. Die drei entschlossen sich daraufhin, schleunigst in die nahe gelegene Wohnung des Polizisten zu laufen und sich dort in Sicherheit zu bringen. Das gelang ihnen auch. Eine Gruppe von jungen Leuten folgte ihnen jedoch. Sie warfen Steine auf den Balkon der Wohnung und stießen wüste Drohungen gegen den Polizeibeamten, dessen Freunde und weitere Bekannte aus, die sich zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Balkon aufgehalten hatten. Die Polizei sorgte schließlich für Ruhe.

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Vor Gericht beteuerten nun alle drei Angeklagten - zwei von ihnen sind mehrfach vorbestraft -, die Schlägerei vorm Festzelt zwar beobachtet zu haben, selbst aber nicht oder nur am Rande daran beteiligt gewesen zu sein. Keiner von ihnen sei derjenige gewesen, der dem Polizisten den Schlag versetzt und den Studenten sowie dessen Bruder zu Boden gerungen habe. Die als Zeugen geladenen jungen Männer konnten letztlich keinen der drei eindeutig als Täter identifizieren.

Ob die Fortsetzungsverhandlung im März durch die Aussage des vierten Angeklagten mehr Licht ins Dunkel bringt, bleibt abzuwarten. Zumindest für den 17-Jährigen geht es wegen zahlreicher Vorstrafen um viel: Er hat schon einmal im Jugendarrest gesessen. Nun droht dem Schüler, der allerdings den Schulbesuch beharrlich verweigert - "ich habe keine Lust dazu!" -, eine erneute Freiheitsstrafe, falls er wegen Körperverletzung und Bedrohung verurteilt werden sollte.

(bn)