Hückeswagen: Radium droht die Streichung von 50 Stellen

Hückeswagen: Radium droht die Streichung von 50 Stellen

Dem Wipperfürther Unternehmen, Arbeitgeber vieler Hückeswagener, Radium droht ein Abbau von bis zu 50 Stellen. Ledvance, der Mutterkonzern des bergischen Lampenwerks, gab dies in einer Pressemitteilung bekannt. In Wipperfürth macht sich deshalb große Sorge bereit.

Laut Ledvance hatte die Geschäftsführung die Arbeitnehmervertreter bereits informiert, dass bis zum Jahr 2021 etwa 1300 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. So sollen aus derzeit vier deutschen Standorten zwei werden: Bis Ende 2018 werden die Werke in Berlin und Augsburg geschlossen, 900 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Die Werke in Wipperfürth und Eichstätt sollen hingegen fortgeführt werden, jedoch auch mit Stellenstreichungen. Bis 2021 fallen dort 300 Stellen weg, 50 davon in der Hansestadt. Nach Angaben von Ledvance, "um die Profitabilität der zwei Werke sicherzustellen". Damit hätte der ehemals größte Arbeitgeber der Nachbarstadt nur noch 200 Beschäftigte.

"Die Zahlen stimmen nicht", sagte Radium-Betriebsrat Dietmar Dauder. Im Gespräch mit Ledvance seien für Wipperfürth 30 Stellenstreichungen genannt worden, sagte er der Oberbergischen Volkszeitung. Die Kürzungen seien jedoch nur geplant, falls sich die Auftragslage verschlechtere. Dauder berichtete, Radium habe derzeit volle Auftragsbücher - auch, weil Wipperfürth als einziger Standort Sonderprodukte herstelle. Diese könnten nicht so leicht durch LED ersetzt werden. Außerdem sagte Dietmar Dauder der Oberbergischen Volkszeitung, dass die 30 Stellen auch ohne Kündigungen abgebaut werden könnten, weil es einen hohen Altersdurchschnitt gebe.

Der Mutterkonzern Ledvance begründet die drastischen Kündigungen damit, dass die Auslastung der Werke trotz bisheriger Restrukturierung global teilweise nur noch bei 20 bis 40 Prozent liege. Diese sinkende Produktnachfrage erfordere harte Einschnitte in der Verwaltung. "Nur so können wir unsere Zukunftsfähigkeit gewährleisten", argumentierte Ledvance-Chef Jes Munk Hansen. "Die Schritte sind schmerzhaft, aber dringend nötig."

Eine Ursache des Rückgangs beim Verkauf traditioneller Leuchtmittel ist das wachsende Angebot an LED-Produkten. Diese verfügen über eine höhere Effizienz sowie eine längere Lebensdauer. Außerdem verbietet die Rechtslage in Europa die Benutzung von Glüh- und Halogenlampen weitgehend. Ledvance rechnet daher in diesem Bereich mit einem Rückgang um fast 90 Prozent des Marktvolumens bis 2025.

"Die Situation erfordert zügiges Handeln", stellt Ledvance-Chef Jes Munk Hansen klar. Der Konzern werde sich künftig unter anderem auf das Geschäft mit LED-Lampen und auf intelligente Lösungen im "Smart Home"-Bereich konzentrieren.

(mba)