Theater in Radevormwald Wipperwagen sorgt für gute Laune

Radevormwald · Die Komödie „Rendezvous zu dritt“ wurde vom Hückeswagener Theaterverein Wipperwagen im nahezu ausverkauften Bürgerhaus gespielt. Die Stimmung im Publikum war am Samstagabend bestens.

 Oliver Hecker (l.) und Tanja Pett waren wie auch das restliche Wipperwagen-Ensemble am Samstagabend im Bürgerhaus Radevormwald bei der Aufführung von „Rendezvous zu dritt“ bestens aufgelegt.

Oliver Hecker (l.) und Tanja Pett waren wie auch das restliche Wipperwagen-Ensemble am Samstagabend im Bürgerhaus Radevormwald bei der Aufführung von „Rendezvous zu dritt“ bestens aufgelegt.

Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Drei Monate ist es schon her. Ende Oktober hat der Hückeswagener Theaterverein im Forum der Montanusschule in der Nachbarstadt die Premiere des neuesten Theaterstücks gespielt. „Rendezvous zu dritt“ heißt die Verwechslungskomödie von Gerry Jansen, die nun am Samstagabend vom bestens eingespielten Ensemble – bestehend aus Oliver Hecker, Norbert Becker, Babsi Kaiser, Tanja Pett und Ute Joho – mit jeder Menge sichtbarer Freude am lustvollen Spiel auf die Bühne im Bürgerhaus gebracht wurde. Und sind es bei der Premiere in der Schloss-Stadt noch rund 120 Gäste gewesen, ist das Bürgerhaus am Samstag nahezu ausverkauft: Knapp 300 Zuschauer sind gekommen, nur vereinzelt blieben Stühle leer. Die Zuschauer hatten ihrerseits gute Laune mitgebracht und sorgten so für einen herzlichen Empfang für das Ensemble aus der Nachbarstadt.

Die Geschichte ist eine jener simpel gestrickten Komödien, die sich mit dem alten Spiel zwischen Mann und Frau, Geliebter und Geliebten, auseinandersetzen. Und das auf flotte Art und Weise, in einer zumeist hoch getakteten Geschwindigkeit, so dass die Dialoge wie Ping-Pong-Bälle zwischen den Schauspielern hin- und herfliegen. Man merkt zum einen, dass jede Menge Probenarbeit in dieser Produktion steckt – und zum anderen, dass die Akteure viel Spaß an ihrer Tätigkeit empfinden. So viel, dass sie diese Unmengen an Text zu lernen bereit gewesen sind – das Stück dauert zwei Stunden. Auf der anderen Seite wird aber auch deutlich, dass alle fünf über nicht unerhebliches komödiantisches und schauspielerisches Talent verfügen. Denn nicht nur sitzt das Timing, auch die Pointen sind entsprechend gut platziert. Was immer wieder für munter hochblubberndes Kichern und Gelächter im Publikum sorgt.

Es geht in „Rendezvous zu dritt“ also um Marita (berechnend bis hysterisch: Tanja Pett) und Walter (gewohnt jovial: Oliver Hecker), die schon seit 15 Jahren verheiratet sind. Und in deren Ehe es nun eben so langweilig geworden ist, dass beide, ohne das Wissen des jeweils anderen, amouröse Abenteuer mit Partnern in anderen Betten suchen. Es ist das lange Osterwochenende, das das Paar zusammen mit Freund Siggi (immer etwas latent überfordert: Norbert Becker) im Ferienhaus verbringt. Siggi ist allerdings Maritas Affäre, Walter wiederum hat sich seine Mitarbeiterin Nadine angelacht – und in das Ferienhaus eingeladen. Soweit so vielleicht moralisch verwerflich, aber wohl irgendwie noch händelbar. Wobei bei dieser Konstellation natürlich die diversen Irrungen und Wirrungen vorprogrammiert scheinen.

Und als nun aber plötzlich auch noch zwei Nadines im Ferienhaus auftauchen – Ute Joho und Babsi Kaiser, die eine Schauspielerin, dieandere Mitarbeiterin und Affäre –, wird es langsam so richtig kompliziert. Vor allem auch deswegen, weil Walter seinen Freund – und Angestellten – Siggi quasi damit erpresst, dass er ihm, Walter, die Affäre auch unter diesen erschwerten Bedingungen zumindest über das Osterwochenende hinweg ermöglichen soll. Andernfalls, so Walter, könne Siggi sich „schon mal einen neuen Arbeitgeber suchen“. Es sind die Merkmale solcher Komödien wie „Manche mögen’s heiß“ oder „Arsen und Spitzenhäubchen“, die einem auch bei „Rendezvous zu dritt“ direkt anspringen. Und wer diese sogenannten Screwball-Komödien kennt, bei denen die Gags und Pointen im Sekundentakt abgefeuert werden, wird sich im Bürgerhaus pudelwohl gefühlt haben. Gemessen am ausgiebigen Applaus, am Gelächter und an den positiven Reaktionen, schien die Zahl derer, die diese Art von Humor teilen, deutlich in der Überzahl zu sein. Und natürlich war es da nur folgerichtig, dass die zwei Stunden Spielzeit wie im Flug vergingen und der Applaus sehr ausgiebig ausfiel.

Es ist daher eigentlich fast schon ein wenig schade, dass es nun erst einmal wieder viele Monate dauern wird, bis der Wipperwagen sein nächstes humorvolles Theaterstück in Radevormwald zur Aufführung bringen wird.

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