Hückeswagen: Radeln auf der alten „412“

Hückeswagen: Radeln auf der alten „412“

Seit gut 20 Jahren fährt kein Zug mehr über die Bahnstrecke 412; auf Hückeswagener Gebiet hat sich die Natur die Gleise zurückerobert. Aus der Politik kommt jetzt ein neuer Vorstoß, hier einen Rad-Gehweg zu errichten.

Das ist nunmal der Nachteil des Bergischen Landes: Wer gerne eine gemütliche Fahrradtour unternehmen will, muss in der Regel mit einer Berg- und Talfahrt rechnen. Oder aber man muss – wenn’s flach etwa in Richtung Wipperfürth gehen soll – an einer viel befahrenen Bundesstraße entlang. Das könnte sich ändern: Wunsch der „Listenverbindung“ aus SPD, FDP, UWG und Grünen ist es, dass aus der seit den 80er Jahren still gelegten Bahntrasse zwischen Marienheide und Lennep ein Rad-Gehweg wird. Eine solche, viel genutzte Verbindung gibt es bereits seit Jahren zwischen Wipperfürth und Marienheide. Nun haben die vier Parteien einen Antrag für die nächste Ratssitzung an den Bürgermeister gerichtet. Darin wird Uwe Ufer beauftragt, mit der Stadt Wipperfürth über eine Realisierung einer Radwege-Verbindung auf den brach liegenden Gleisen der alten Bahntrasse zu sprechen.

Jogger, Nordic Walker, Radfahrer, Wanderer mit und ohne Hunde – auf der ehemaligen Bahntrasse in Wipperfürth zwischen den Ohler Wiesen nahe am Stadtzentrum und Ohl ist täglich viel los. Der mit Splitt und roter Asche hergerichtete Weg ist ideal, um etwas für die Fitness zu tun, den Hund mal eben auszuführen oder einen Spaziergang zu unternehmen. Diese Art der Freizeitgestaltung schwebt der „Listenverbindung“ auch für die Schloss-Stadt vor; der Idealfall wäre eine durchgehende Verbindung von Marienheide bis nach Lennep.

„Im Gastronomie-, Freizeit- und Touristikbereich könnte sich Hückeswagen damit besser platzieren“, argumentiert das Quartett in seinem Antrag. Die Idee zur Errichtung eines Rad-Gehwegs sei nicht neu, wissen die Parteien. „Aber es bedarf mit Sicherheit sehr großer Anstrengungen, hier etwas zu bewegen, bevor die Gleise vollkommen zugewachsen sind“, mahnen sie zur Eile. Die Wipperfürther will die „Listenverbindung“ mit ins Boot nehmen, weil die Trasse vom dortigen ehemaligen Bahnhof bis auf hiesiges Stadtgebiet noch mit Gleisen belegt und zum Teil vollkommen zugewuchert ist.

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Die Politiker fordern Ufer auf, mit der Deutschen Bahn AG frühzeitig eine (vorläufige) Nutzungsmöglichkeit der Strecke als Rad-Gehweg abzustimmen. Auch sollte die Verwaltung ihre Fühler nach Fördermitteln etwa beim Land oder der EU ausstrecken.

Die „Listenverbindung“ empfiehlt zudem die Gründung einer Initiative „Pro Radweg Hückeswagen-Wipperfürth“. Die Bürger beider Städte seien zum einen direkt an der Realisierung beteiligt – etwa durch einen freiwilligen Einsatz beim Entfernen von Sträuchern und Bäumen –, zum anderen könnten Geld eingespart werden, sollte es keine Fördermittel geben.

So könnte es ’was werden mit der gemütlichen Radtour. Ohne anstrengende Berge und unangenehme Autoabgase.

(RP)