Hückeswagen: Rabenschwarze Lämmer bringen Züchter Glück

Hückeswagen : Rabenschwarze Lämmer bringen Züchter Glück

Die Angst von Karl-Peter Turck (72) war unbegründet: Alle 25 Lämmchen, die in den vergangenen vier Wochen auf seinem Hof in Niederlangenberg nahe der Bever-Talsperre zur Welt gekommen waren, sind nicht nur kohlrabenschwarz, sondern auch kerngesund. Der Hobbyzüchter hatte im Vorfeld befürchtet, dass seine Muttertiere mit dem Schmallenberg-Virus infiziert sind und daher tote oder missgebildete Lämmer zur Welt bringen könnten.

Andere Schafzüchter in der Schloss-Stadt sind bislang ebenfalls nicht betroffen. Hückeswagen ist damit offenbar von dem Virus verschont geblieben, während es in den umliegenden Städten schon zu einer Reihe von Tot- oder Missbildungsgeburten geführt hat. Allein im Oberbergischen Kreis gab es bereits 25 positive Befunde bei Lämmern und Kälbern. Zudem lernte Turck kürzlich bei einem Treffen von Schafhaltern in Lohmar Kollegen kennen, die bis zu 50 Lämmer auf diese Weise verloren hatten.

Zuletzt nahm die Zahl der betroffenen Kälber zu. Der Schafzüchter geht davon aus, dass die Muttertiere im Sommer von einer Mückenart (Gnitze) gestochen worden waren, wodurch das Virus übertragen wurde. Jetzt, nach neunmonatiger Trächtigkeit, würden viele tote oder missgebildete Tiere geboren. Schafe dagegen sind fünf Monate trächtig, seine Tiere wurden im Oktober/November gedeckt. "Und da war die Zeit der Gnitzen schon vorbei", sagte Turck. "Manchmal ist das Glück eben kohlrabenschwarz."

(RP)
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