Hückeswagen: Qualität des Bever-Wassers ist sehr gut

Hückeswagen: Qualität des Bever-Wassers ist sehr gut

Die Bever-Talsperre gehört zu den insgesamt 109 Gewässern in NRW, deren Wasserqualität sehr gut ist. Zwischen Mai und Ende August wird sie jeden Monatsanfang von Mitarbeitern des Kreisgesundheitsamts aufs Neue überprüft.

Einst sangen die "Bläck Fööss": "Dat Wasser vun Kölle is jot." Das trifft seit Jahren auch auf die Qualität des Wassers der Bever-Talsperre zu, denn allen vier offiziellen Badestellen der Bever-Talsperre (siehe Info-Kasten) wurde bei der Kontrolle durch das Kreisgesundheitsamt eine "ausgezeichnete Badewasserqualität" und damit die Bestnote bescheinigt. Das teilte gestern die Pressestelle der Staatskanzlei in Düsseldorf mit.

Das Ergebnis bedeutet: Die untersuchten Keime Escherichia coli und Enterokokken liegen deutlich unter den Grenzwerten, das Wasser ist auch optisch sauber, die Sichttiefe liegt im Schnitt bei eineinhalb Metern. Somit dürfte einem ungetrübten Planschen in der Bever an den bevorstehenden heißen Wochenenden im Sommer nichts im Wege stehen.

Das war übrigens nicht immer so: In den 1990er-Jahren war die Wasserqualität der Talsperre - umgeben von landwirtschaftlich genutzten Flächen - so miserabel gewesen, dass wegen der Belastung mit koliformen Keimen Badeverbote ausgesprochen werden mussten. Das ist längst Vergangenheit.

Die Bever-Talsperre ist mit ihrer aktuellen sehr guten Wasserqualität nicht alleine. 109 offizielle Messstellen werden landesweit regelmäßig auf ihre Wasserqualität untersucht, 105 erhielten ein "ausgezeichnet", an zwei Messstellen reichte es noch zu einem "gut"; ein See konnte noch nicht bewertet werden. Lediglich der Elfrather See in Krefeld erhielt erneut nur ein "ausreichend".

Die Badegewässer im Oberbergischen Kreis werden zwischen Mai und Ende August, der Hauptbadesaison, alle vier Wochen nach den Kriterien der EU-Badegewässerrichtlinie und der Badegewässerverordnung NRW untersucht. Oberstes Ziel ist es, die Gesundheit der Badenden zu schützen. An Agger-, Bever-, Brucher- und Lingese-Talsperre werden dann Proben entnommen und auf die mikrobiologischen Parameter Escherichia coli (E. coli) und Enterokokken untersucht. Diese mikrobiologischen Parameter weisen darauf hin, ob Krankheitserreger im Badegewässer enthalten sind.

Neben den (für das menschliche Auge unsichtbaren) Bakterien, spielen auch sichtbare Hygienefaktoren wie massives Algenwachstum, anormale Verfärbungen und die Sichttiefe eine Rolle bei der Überprüfung durch das Gesundheitsamt. Selbst bei einer "ausreichenden" Wasserqualität sind die Talsperren aber immer noch zum Baden geeignet.

"Zu einer guten Gewässerqualität können auch die Badegäste eine Menge beitragen", appelliert das Landesumweltministerium. Dazu gehöre es beispielsweise, keine Wasservögel zu füttern, Unrat immer mitzunehmen und Verunreinigungen sofort dem Ordnungsamt der Stadt oder des Kreises zu melden.

Ein aktuelles Thema sind laut Staatskanzlei antibiotika-resistente Bakterien, die auch in Badegewässern vorkommen können. "Das Umweltministerium wird erstmals und noch in diesem Jahr sondierende Untersuchungen von Badegewässern durchführen", heißt es in der Pressemitteilung. In den kommenden beiden Jahren werden zudem systematische Sonderuntersuchungen von Gewässern auf antibiotika-resistente Bakterien folgen. "Beim Baden in Gewässern kann man mit diesen Bakterien in Kontakt kommen", teilt die Staatskanzlei mit. Die Gefahr sei bei gesunden Menschen mit einem intakten Immunsystem jedoch sehr gering.

(büba)