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Provinzial unterstützt autakk bei Arbeit in Hückeswagen

Förderung von Autisten : Hilfe für Eltern autistischer Kinder

Der Remscheider Verein autakk, der sich um Menschen mit Förderbedarf kümmert, bietet in Hückeswagen einen Workshop für Eltern an. Ermöglicht wurde dieser jetzt durch eine 3000-Euro-Spende der Stiftung der Provinzial-Versicherung.

Das Leben mit einem autistischen Kind ist für Eltern und Geschwisterkinder immer eine Herausforderung. Und dann eine, von der sich gerade die Eltern auch immer wieder einmal eine Auszeit wünschen. „Menschen mit Autismus haben besondere Fähigkeiten. Die betroffenen Familien sind im Alltag indes besonders gefordert“, sagt Heribert Seidl, Hückeswagener Heilpädagoge und systemischer Familientherapeuteiner sowie und einer der beiden Vorsitzenden des Remscheider Vereins autakk. Während es hingegen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen flächendeckend eine gut aufgestellte therapeutische Unterstützung gebe, seien die restlichen Familienmitglieder oft alleine gelassen mit dieser Belastung. Aus dieser Gemengelage sei im Vorstand des Vereins die Idee aufgekommen, einen Workshop speziell für Eltern von autistischen Kindern anzubieten. Der startete im April im Atelier der Hückeswagener Kunsttherapeutin und systemischen Familientherapeutin Stefanie Wistuba, Seidls Ehefrau.

Ermöglicht worden ist der Workshop durch eine Spende in Höhe von 3000 Euro der Kultur- und Sozialstiftung der Provinzial-Versicherung. Deren Pressesprecherin Martina Hankammer sagt bei der offiziellen Spendenübergabe: „Wir sind durch unseren Hückeswagener Vertreter Michael Huhn auf das Projekt aufmerksam gemacht worden.“ Seidl ergänzt: „Ich habe Herrn Huhn einen Flyer über das Projekt gegeben, und er meinte, dass ich doch einfach einmal einen Antrag an die Stiftung stellen sollte.“ Dem wurde schnell entsprochen, so dass der monatlich stattfindende Workshop eigentlich schon im Februar hätte beginnen können. „Aber aus verschiedenen Gründen konnten wir erst im April starten“, berichtet Seidl. Der systemische Familientherapeut ist ehrenamtlich bei den monatlichen Treffen unterstützend dabei. „Der Verein sichert die Finanzierung, eine Fachkraft leitet den Workshop“, erläutert der Hückeswagener.

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Alexandra Harth, systemische Autismus- und Familientherapeutin und ebenfalls Vorsitzende von autakk, betont: „Es wurden ausdrücklich Eltern im Sinne von Vater und Mutter angesprochen. Sonst hätte der Workshop schnell zu einer reinen Frauengruppe werden können – und das wollten wir nicht.“ Im Workshop gehe es auch nicht in erster Linie um ein therapeutisches Setting, sondern letztlich um den Austausch unter Betroffenen und darum, Abstand zum Alltag zu gewinnen.

Den kann auch Ina Möller gut gebrauchen. Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, eines davon ist autistisch, weiß vom Stress, den der Alltag mit sich bringt. „Der Alltag frisst einen ansonsten auf“, sagt die Remscheiderin, während sie an einem Linolschnitt arbeitet. Die Kreativität, das freie Arbeiten, das Nicht-nachdenken-müssen über den Alltag – all das genieße sie bei den monatlichen Treffen. „Man ist entspannt unter Mitbetroffenen“, bringt sie es auf den Punkt. Mit den Linolschnitten soll ein Kalender für das kommende Jahr gestaltet werden, der verkauft werden soll, um Geld für den Verein und möglicherweise auch für die Fortführung des Angebots zu sichern. „Wir suchen jetzt schon eine Druckerei, die das möglichst günstig produzieren kann“, sagt Seidl.

Denn nur noch bis Ende des Jahres ist der Workshop durch die Provinzial-Spende gesichert. Eine Fortsetzung sei von allen Beteiligten indes sehr gewünscht, wie der Heilpädagoge betont. Seidl: „Das Angebot wird sehr gut angenommen, und es tut vor allem den Eltern sehr gut. Wir haben mit fünf Teilnehmern gestartet, seit mehreren Wochen sind wir aber mit zwölf Teilnehmern schon voll belegt.“