Hückeswagen: Polizei braucht Bürger als Verbündete

Hückeswagen : Polizei braucht Bürger als Verbündete

Weniger Straftaten insgesamt, jedoch mehr ungeklärte Einbrüche: So sieht die Kriminalstatistik 2013 aus. Hückeswagen gilt als ein sicheres Pflaster. Prävention ist ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit im Kampf gegen die Kriminalität.

Die Bemühungen der Polizei trägt Früchte: Im gesamten Nordkreis, zu dem auch Radevormwald und Hückeswagen zählen, ging die Kriminalität deutlich zurück. Das belegte die am Montag vorgestellte Kriminalitätsstatistik 2013 der Polizeibehörde Oberbergischer Kreis. Zwar stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche durch die Einbruchserien zwischen Oktober und Dezember leicht an, die Zahl der Straftaten insgesamt ging hingegen zurück. Landrat Hagen Jobi sah darin ein Verdienst der polizeilichen Prävention, besonders im Bereich der Schockanrufe, bei denen meist ältere Leute durch einen Trick am Telefon teilweise um ihr gesamtes Vermögen gebracht werden. "Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zeigt langsam Erfolge", sagte Jobi. Die Zahl der Schockanrufe sei gleichbleibend hoch, aber immer weniger fielen darauf herein.

Im gesamten Kreis stiegen dagegen der Wohnungseinbrüche an. "Das macht uns Sorgen, weil es ganz massiv das Sicherheitsgefühl der Bürger beeinträchtigt", sagte Kriminalhauptkommissarin Marion Golde. Das Hauptaugenmerk der Polizei liegt auf Einbrecherbanden aus Ost- und Südosteuropa, die die Reisefreiheit für ihre kriminellen Tätigkeiten nutzen. Genau diese Zielgruppe nahmen die Polizisten bei einer Kampagne im Februar ins Visier, bei der Fahrzeuge an der B 237 in Winterhagen kontrolliert wurden. Hinweise der Bürger sind eine weitere wichtige Hilfe für die Arbeit der Polizei. "Die Bürger sind unsere wichtigsten Verbündeten", sagte der Landrat. Es kämen immer noch zu wenig Hinweise auf verdächtige Fahrzeuge und Personen aus der Bevölkerung.

29 mal wurde in Hückeswagen im vergangenen Jahr eingebrochen, das sind sechs Einbrüche mehr als im Jahr 2012 (die versuchten Einbrüche eingerechnet). Die Serie im Oktober und November konnte durch einen Ermittlungserfolg gestoppt werden. Immer mehr Hausbesitzer haben ihre Fenster und Türen mittlerweile einbruchsicher nachgerüstet. Über entsprechende Maßnahmen informiert die Polizei mit ihrer Kampagne "Riegel vor". "Wenn der Täter nach drei Minuten nicht ins Objekt gelangt, lässt er meistens davon ab", berichtet Golde. Laut Statistik ist der Oberbergische Kreis die zweitsicherste Region in NRW und die sicherste im Rheinland.

Gemessen wird das anhand der Kriminalitätshäufigkeitszahl, die die Straftaten im Verhältnis zu der Einwohnerzahl aufzeigt. Insgesamt gingen die Straftaten (13177) im gesamten Kreis um 6,1 Prozent zurück. In Hückeswagen lag die Kriminalitätsrate sogar um 13,97 Prozent niedriger als im Vorjahr. Nur in Morsbach, Reichshof und Wiehl nahmen die Straftaten zu. Die Aufklärungsquote liegt bei 56,34 Prozent. Wobei Gewalt-, Sexual- und Rauschgiftdelikte zu 80 bis 90 Prozent aufgeklärt werden konnten, wogegen die Quote bei den Diebstählen nur bei 27,6 Prozent liegt.

(heka)
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